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Schon lange hatten wir den Wunsch nach Dresden zu fahren. Viele bekannte Wohnmobilfahrer haben diese Tour schon gemacht und uns von der tollen, restaurierten Altstadt erzählt. Da wir einen Kurzurlaub im IMG 8521Spreewald hinter uns hatten, bot sich ein Abstecher nach Dresden an. Kurz vor Mittag stellten wir unser Wohnmobil auf dem super zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz am Blüherpark in der Zinzendorfstrasse ab. Hier haben etwa 50 Mobile Platz. Eine Ver- und Entsorgung ist vorhanden. Auch wer Strom benötigt kommt auf seine Kosten, man muss sich dann allerdings im nahe gelegenen Hostel Cityherberge anmelden. Zum Rathaus, Großem Garten, der Dresdener Altstadt und dem Hygienemuseum ist es nur ein Katzensprung.
Viele Wohnmobilfahrer hatten die gleiche Idee wie wir, es herrschte reges Treiben auf dem Platz. Wir konnten aber noch ein Plätzchen ergattern. Fernsehempfang war auch möglich, die wichtigsten Entscheidungen der Olympiade in London wollte ich trotz Urlaub nicht verpassen. Ich fütterte kurz den Parkautomaten mit 14,- € für die nächsten 24 Stunden und schon machten wir uns auf den Weg zur Altstadt.

IMG 8327IMG 8326Auf dem Weg zur Altstadt spazieren wir noch ein Stück durch den schön angelegten Blüherpark und nach kurzer Zeit standen wir auch schon auf dem Altmarkt. Hier sticht sofort die Altmarkt-Galerie ins Auge. Sie ist die beliebteste Shoppingadresse in Dresden. In rund 200 Geschäften, Restaurants und Cafés bietet das Center alles was das Herz begehrt. Anne ist natürlich sofort hellauf begeistert und möchte sich in das Getümmel stürzen. Wir verabreden einen Treffpunkt und ich werde in diesen drei Stunden mit meiner Kamera auf Motivsuche gehen.

IMG 8328Das markanteste Gebäude am Altmarkt ist allerdings die 92 Meter hohe Kreuzkirche. Auf dem Altmarkt finden jedes Jahr zwei wichtige Feste statt, das Dresdener Herbstfest und der bekannte Striezelmarkt, der im Dezember stattfindet. Der Altmarkt existierte bereits im Jahr 1206 und war das Zentrum der Stadt. Hier kreuzten sich die großen Handelsrouten  in Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung.
Wie im gesamten Dresdener Zentrum wurden praktisch alle Gebäude  bei den Bombenangriffen auf Dresden zerstört oder schwer beschädigt. Der Wiederaufbau des Platzes begann 1953.

IMG 8437Das nächste große Highlight steht unmittelbar bevor, wir gehen Richtung Neumarkt und stehen vor der imposanten Frauenkirche. Ich habe die Sonne beim Fotografieren im Rücken und kann so die wundervolle Fassade der Kirchen einfangen. Die Frauenkirche blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück. Bereits die verschiedenen Vorgängerkirchen waren der Mutter Gottes geweiht und trugen den NamenFrauenkirche.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche zerstört.
Ich dachte bisher immer, sie wurde bei den verheerenden Bombenangriffen auf Dresden von Bomben zerstört, aber die Kirche stürzte erst zwei Tage danach, völlig ausgebrannt, in sich zusammen.
Hatte sie den unmittelbaren Angriff und den Feuersturm anders als die meisten Gebäude der Innenstadt scheinbar überstanden, musste sie der extremen Hitzeeinwirkung schließlich Tribut zollen. Denn als in den ersten Stunden des 14. Februar das Feuer in die Kirche eingedrungen war, brannten nicht nur die hölzernen Emporen und das Gestühl lichterloh, sondern mehr und mehr Sandstein platzte von den Pfeilern ab, bis diese die Last der Kuppel – immerhin 12.000 Tonnen – nicht mehr tragen konnten. In der DDR blieb die Ruine erhalten und diente als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung.1947 wurde der Altar gesichert und zugemauert, um ihn vor der Witterung zu schützen. Nach der Wende begann 1994 der 2005 abgeschlossene Wiederaufbau. Die Gesamtkosten des Wiederaufbaus beliefen sich auf 180 Millionen Euro. Davon kamen ca. 115 Millionen Euro durch Spenden aus aller Welt zusammen. Am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche vom sächsischen Landesbischof Jochen Bohl wieder geweiht und damit ihrer künftigen Bestimmung als Gotteshaus übergeben.
Heute ist nicht so viel Betrieb und wir können ohne Anstehen die Kirche betreten. Das Kirchenschiff ist Lichtdurchflutet und die hoch über dem Altar angebaute Orgel ist schon sehenswert. Durch die Emporen erhält die Frauenkirche ein bemerkenswertes Flair. Anne zündet noch vier Kerzen an und wir verlassen mit vielen neuen Eindrücken die Kirche.
Der Tag neigt sich langsam zu Ende, wir sind müde und wollen uns am Wohnmobil noch ein wenig erholen. Wir verbringen eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz und stehen am nächsten Morgen früh auf, um eine neue Runde durch die Altstadt zu machen.

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Am folgenden Tag sind wir schon früh auf den Beinen und machen uns auf den Weg zur Altstadt. Vor der Frauenkirche stehen etliche Kutschen bereit, die für kleines Geld (gemessen an den Wiener Preisen) die Besucher durch die Altstadt kutschieren. In Wien haben wir uns kutschieren lassen, also warum hier nicht? Wir brauchen nicht lange warten, die Kutsche ist schnell gefüllt und die Fahrt beginnt. Die junge Frau neben dem Kutscher erzählt uns während der Fahrt alles Wissenswertes über die Altstadt und deren historischen Gebäude. Auf dieser Fahrt lernen wir noch das moderne jüdische Gotteshaus am Rande der Altstadt, das Albertinum, die Kunstakademie, das Residenzschloss, die Semperoper und den Dresdener Zwinger kennen.

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Im Albertinum kann man Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart bestaunen. Das Albertium von heute hat kaum noch etwas mit dem Zeughaus zu tun, das von 1559-1563 errichtet worden war und in den folgenden Jahrhunderten wichtige militärische Funktionen erfüllte. Den Anlass für eine Neukonzeption des Museums gab das Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002. Viele Künstler ließen ihre Werke versteigern und der Erlös von über 3 Millionen Euro wurde für die Komplettsanierung des Albertinums eingesetzt. Das Albertinum ist täglich von 10 bis 18 Uhr (außer Montags) geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 8 Euro (ermäßigt 6 Euro), Kinder und Jugendliche unter 17 Jahre haben freien Eintritt.

An der Brühlschen Terrasse und gleich neben der Frauenkirche, steht die 1894 erbaute ehemalige Königliche Kunstakademie, eines der drei Gebäude der heutigen Hochschule für Bildende Künste Dresden. Die Glaskuppel wegen ihrer Form auch liebevoll „Zitronenpresse“ genannt, wurde seit 1991 umfangreich saniert und im Zweiten Weltkrieg zerstörte Teile wurden rekonstruiert. Die Kunstakademie Dresden garantiert seit 1993 eine umfassende, künstlerische Ausbildung in den Bereichen Malerei, Grafik, Plastik sowie Gestaltung.

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Ein weiteres Highlight ist das Residenzschloss im Herzen der Altstadt. Das Residenzschloss Dresden zählte einst zu den prächtigsten und den bedeutendsten Schlossbauten der Renaissance in Deutschland. Seit 1485 war Dresden ständige Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige. Heute ist das Schloss Heimstatt von fünf Museen; das Historische und das Neue Grüne Gewölbe, das Münzkabinett, das Kupferstich-Kabinett und die Türkische Kammer. IMG 8430Auch sind hier die Kunstbibliothek sowie die Generaldirektion der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden untergebracht. Die Eintrittspreise für das Historische und das Neue Grüne Gewölbe betragen jeweils 10 Euro. Zum Residenzschloss gehört auch der Stallhof, er diente als Schauplatz für große Reitturniere. Auch der Fürstenzug in der Augustusstrasse gehört dazu, es ist ein überlebensgroßes Bild eines Reiterzuges, aufgetragen auf ca. 23.000 Meißner Porzelanfliesen. Es ist 102 Meter lang und das größte Porzelanbild der Welt.
Neben dem Residenzschloss erhebt sich die Katholische Hofkirche St. Trinitatis. Die Katholische Hofkirche ist eines der größten sächsischen Gotteshäuser und durch einen Übergang direkt mit dem Dresdner Residenzschloss verbunden. Dieses einmalige Kunstwerk erbaute Gaetano Chiaveri von 1739 bis 1751 im Stil des römischen Spätbarocks. Unter der Kirche befindet sich die Gruft, in der die katholischen Mitglieder des kurfürstlichen, später königlichen Hauses Wettin beigesetzt sind. Auch die Kapsel mit dem Herzen August des Starken wird hier aufbewahrt. In der Gruft der Hofkirche stehen 49 Sarkophage mit den Gebeinen der Wettiner Kurfürsten und Könige. Zudem wird hier ein Gefäß mit dem Herzen von August dem Starken aufbewahrt, da sein Leichnam in der polnischen Stadt Krakau die letzte Ruhe fand.

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Fast gegenüber vom Residenzschloss steht auf dem Theaterplatz die berühmte Semperoper mit ihrer langen geschichtlichen Tradition. Auch dieser Bau wurde in der Nacht des 13. Februar 1945 bei den Luftangriffen auf IMG 8400Dresden getroffen und stark zerstört. 1977 erfolgte die Grundsteinlegung und der Wiederaufbau. Im Februar 1985, dem 40. Jahrestag der kriegsbedingten Zerstörung, konnte die Semperoper mit der Oper „Der Freischütz“ wiedereröffnet werden. Das Elbe-Hochwasser 2002 hatte auch diesem Gebäude verheerende Schäden zugefügt, 27 Millionen Euro mussten zur Sanierung aufgebracht werden. Heute erstrahlt die Oper mit ihren tollen Wand- und Deckenmalereien im neuen frischen Gewand.
Fast alle bekannten Fotos der Semperoper sind abends bei Dunkelheit mit toller Beleuchtung der Fassade und der Laternen davor gemacht worden. Dadurch wirkt dieser Bau noch prachtvoller. Ich werde wohl noch einmal wiederkommen und ein entsprechendes Foto machen müssen. Natürlich kann man auch hier in aufführungsfreien Zeiten nahezu täglich an verschiedenen Gruppen-Führungen teilnehmen, der Eintrittspreis beträgt 8 Euro.

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Anne und ich bummeln noch ein wenig über den Theaterplatz und gehen schließlich zum Haupteingang des Dresdener Zwingers. Der Innenhof und das Außengelände des Dresdner Zwingers sind von 5:00 Uhr bis 22:00 frei zugänglich. Im Innenhof sind einige geführte Gruppen unterwegs, vorwiegend fremdsprachige Führungen, von Englisch über Französisch bis Japanisch.

IMG 8491IMG 8485Der Dresdner Zwinger mitten in der sächsischen Landeshauptstadt ist eines der bekanntesten Barockbauwerke Deutschlands und neben der Frauenkirche wohl das berühmteste Baudenkmal der Stadt Dresden. Er beherbergt Museen von Weltruf und ist Bühne für Musik- und Theaterveranstaltungen. Der Zwinger war als Vorhof eines neuen Schlosses konzipiert, das den Platz bis zur Elbe einnehmen sollte. Dieses bei Baubeginn 1709 von Kurfürst Friedrich AugustI. verfolgte Konzept wurde nach dessen Tod aufgegeben. Der Zwingerbau wurde zur Elbseite hin mit einer Mauer abgeschlossen, er fand erst über ein Jahrhundert später mit der Sempergalerie den heute dort sichtbaren Abschluss. Im Zwinger sind heute die Gemäldegalerie Alte Meister, der Mathematisch-Physikalische Salon, die Porzellansammlung und die Rüstkammer untergebracht.

IMG 8379IMG 8374Zum Abschluss des Tages bummeln wir noch ein wenig durch die Münzgasse. Hier herrscht reges Treiben, die Tische vor den vielen kleinen Cafés, Bistros und Restaurants sind alle wegen des schönen Wetters komplett besetzt. Anne kauft deshalb an einem Wurststand direkt unter dem Terrassenufer eine Thüringer Bratwurst um den Hunger zu stillen. Das Terrassenufer lädt bei diesem Wetter zu einem Besuch ein. Ein Highlight ist hier die "Brühlsche Terrasse", sie ist ein beliebtes Ausflugsziel und erstreckt sich über 500 Meter entlang der Elbe, von der Augustusbrücke bis zur Carolabrücke. Ein beliebter Anziehungspunkt ist auch der ehemalige "Brühlsche Garten" mit dem hübschen Delfinbrunnen. Vom hier aus kann man sehr schön auf der anderen Elbseite das Sächsische Staatsministerium des Inneren rechts der Carolabrücke und links das Museum für Sächsische Volkskunst erkennen.

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Oben links: Der Delfinbrunnen  Oben rechts: Der "Brühlsche Garten"

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