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Für dieses Jahr haben wir eine Reise nach Paris geplant. Auf dem Wohnmobiltreffen der "Mobilen Freiheit" in Moyland (Bedburg/Hau) haben unsere Freunde Petra und Werner aus Berlin beschlossen, diese Tour mit uns gemeinsam zu unternehmen. Wir haben insgesamt sieben Tage für diese Tour vorgesehen, zwei Tage für die Anreise, drei volle Tage in Paris und zwei Tage für die Rückreise. Wir treffen die Berliner am Autobahngrenzübergang nach Belgien, Raststätte Lichtenbusch an der A44. Nach einer kurzen Rast geht es nun gemeinsam weiter. Ich war schon vor 45 Jahren in Paris und damals war ich begeistert von der Seine-Metropole. Wir haben unser Navi ohne Mautstraßen programmiert und fahren gemütlich durch Belgien und Frankreich. Als Übernachtungsplatz hat uns Werner ein schönes Plätzen an der Meuse (Maas) in Monthermé in der Champagne-Ardenne an der D1 versprochen. Nach fünf Stunden Fahrt kommen wir dort an und mussten leider feststellen, dass der Platz schon voll war. Also weiter auf der D1 und zum nächsten Carrefour zum Übernachten. Hier verbringen wir eine ruhige Nacht und fahren am anderen Morgen direkt weiter.
Wir kommen kurz nach Mittag am Campingplatz Bois de Bologne in Paris an und bekommen an der Rezeption direkt unsere Schlüssel, da Petra die Plätze vorher gebucht und bezahlt hat. Der Preis ist für zwei Personen plus Wohnmobil mit €26,50/Nacht für diesen innenstadtnahen Platz ok. Der Platz ist besser als sein Ruf, er hat einen schönen Baumbestand und die Sanitäranlagen sind zwar schon ziemlich alt und teilweise sind auch die Waschbecken ramponiert, aber es wird regelmäßig geputzt.
Das Wetter ist bestens und wir lassen den Nachmittag und Abend bei einem Gläschen Ramazotti und Kölsch langsam ausklingen.

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Das Wetter am nächsten Tag ist bestens und wir besorgen uns 3-Tage-Tickets á € 30,-/P (incl. Shuttle-Bus nach "Porte Maillot") an der Rezeption und gehen zur nahen Bushaltestelle am Eingang des Platzes und lassen uns zum IMG 5539"Porte Maillot" bringen. Hier können wir direkt in die Metro einsteigen. Die Metro ist 100 Jahre alt  und klar das schnellste Verkehrsmittel in der Stadt. Wir mussten nie länger wie 2-3 Minuten auf eine Bahn warten. Die Taktfrequenz ist enorm dicht. Links ein Bild der wunderschönen Station Cité. Betritt man eine Metro-Station, riecht es ein wenig nach Gummi, denn einige Linien fahren auf Gummireifen. Sie fahren viel ruhiger als Wagen mit Stahlreifen. Es ist ratsam, einen Metro-Plan mit sich zu führen, denn man muss häufig umsteigen und durch mehr oder weniger lange Tunnel laufen, um zur nächsten Linie zu kommen. An einigen Stationen sind deshalb auch Laufbänder installiert, hier kommt man deutlich schneller voran.

An diesem ersten Tag in Paris fahren wir mit der gelben Linie 1 bis zur Station "Charles de Gaulle-Étoile" um uns den Arc de Triomphe anzuschauen und über die Avenue des Champs-Elysée zu flanieren. Der Triumphbogen wurde von Napoleon in Auftrag gegeben, aber er starb in der Verbannung ohne ihn jemals gesehen zu haben. 1840 wurden seine sterblichen Überreste auf einem prächtigen Leichenwagen unter dem Arc de Triomphe hindurch gefahren. Werner und ich kaufen uns Tickets à € 9,- und steigen auf einer engen Wendeltreppe auf die 50 Meter hohe Aussichtsplattform. Hier bietet sich ein grandioser Blick auf die Champs-Elysée, Place de la Concorde, den Louvre und der Satellitenstadt La Défense mit der La Grande Arche.

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IMG 5228IMG 5240IMG 5271Wieder zurück auf dem Boden begeben wir uns auf die Champs-Elysée. Sie ist etwa zwei km lang und Ziel tausender Touristen. Ich habe allerdings diese Avenue anders in Erinnerung und meine, vor 45 Jahren war hier alles mondäner. Es gibt zwar immer noch viele teure Luxusläden, Cafés und Restaurants aber auch viele Fast-Food-Lokale. Auf dem Weg zum Place de la Concorde kommen wir noch an einem Filmset vorbei. Hier laufen ein Dutzend Komparsen in standesgemäßen alten Kleidern die Strasse hinauf und hinunter. Immer wieder müssen die Leute anhalten und bekommen neue Anweisungen von den verantwortlichen Filmleuten. Wir schauen uns dieses IMG 5284Spektakel noch einige Zeit an und gehen dann weiter, vorbei am Grand Palais und Petit Palais in Richtung Place de la Concorde mit dem 3000 Jahre alten Obelisk. Er kam 1833 aus Luxor und war ein Geschenk aus Ägypten an die französische Regierung. Neben dem Obelisken befindet sich auch der Brunnen "Fontaine des Mers", er ist der französischen Schifffahrt zu Meere und auf den Flüssen gewidmet.

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 IMG 5356-400Direkt am Place de la Concorde liegt die Metrostation "Concorde". Hier nehmen wir die grüne Linie 12 und fahren bis "Abesses" um uns den berühmten Stadtteil Montmartre anzusehen. Montmartre hat zwei Seiten: Zum einem das Vergnügungsviertel rund um den Place Pigalle mit Neonlicht und Sexshops und dann die Butte Montmartre, das alte Dorf auf dem Hügel. Hierher zieht es uns zuerst. Wir könnten jetzt den ca. 300 m entfernten Funiculaire, eine bequeme Seilbahn die den Montmartrehügel erklimmt benutzen, um uns den mühsamen Aufstieg zu ersparen. Aber wir wählen den unbequemen Weg zu Fuß durch viele alte Gässchen den Berg hinauf und sind ziemlich erschöpft, als wir vor der Basilika Sacré Coeur stehen. Wunderschön strahlt sie weiß über der Stadt. Hier oben hat man eine geniale Aussicht auf Paris. Wir beschließen spontan, am letzten Tag noch einmal abends hierher zu kommen und uns die Stadt bei Nacht anzusehen. Um es vorweg zu nehmen: Wir sind tatsächlich noch einmal spät abends hierhergekommen, es war einmalig schön. Viele junge Leute saßen auf der Treppe zur Basilika, genossen einen Snack bei einer mitgebrachten Flasche Wein. Unzählige Cafés und Bistros am Montmartre waren fast bis auf den letzten Platz gefüllt, die Stimmung die hier herrschte ist kaum zu beschreiben. Der Montmartre ist die wohl meistbesuchte Attraktion von Paris und viele Maler auf dem Place du Tertre locken die Touristen an, um sie auf Papier zu bringen.

Wir steigen wieder vom Butte Montmartre hinab, durchstreifen noch einige lauschige Gässchen und flanieren noch ein wenig über den Place Pigalle mit dem weltbekannten Theater mit der roten Mühle auf dem Dach: Das Moulin Rouge. Der erste Tag geht zur Neige und wir fahren wieder mit der Metro zum "Porte Maillot", steigen in den Shuttle-Bus und fahren zurück zum Campingplatz. Nach einer erfrischenden Dusche geht es uns wieder besser und können den schönen lauen Frühlingsabend genießen.

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IMG 5440-400Am zweiten Tag in Paris fahren wir zum Bahnhof "Gare de I´Est" und holen Matthias (Sohn von Petra und Werner) vom Bahnhof ab. Er ist allein von Berlin mit dem IEC angereist. Alle freuen sich, dass er gut angekommen ist und wir machen uns auf den Weg zum wohl bekanntesten Wahrzeichen von Paris, dem Eiffelturm. Wir fahren mit der grünen Linie 9 bis zur Metrostation "Trocadero" und gehen über den Platz am Palais de Chaillot vorbei Richtung Eiffelturm. Diese herausragende Konstruktion wurde 1889 nach Plänen von Gustav Eiffel, anlässlich der Weltausstellung errichtet. Der Turm hat eine Höhe von 320 m und wird mit ca. 2,5 Millionen Nieten zusammen gehalten. Die "drei Männer" beschließen, auf die oberste Plattform in 276 Metern Höhe zu fahren, um Fotos zu machen und die Aussicht zu genießen. Wir reihen uns also in die lange Warteschlange ein, kaufen Tickets (€ 13,-/P) und sind nach ca. 1,5 Std. auf der oberen Plattform. Angeblich soll der Turm leicht schwanken, aber ich bemerke nichts. Außer der oberen Plattform gibt es noch eine auf 57 Metern Höhe und eine zweite auf 115 Metern Höhe. Eigentlich sollte der Turm nach der Weltausstellung 1889 wieder abgerissen werden. Gut, dass es anders gekommen ist. Paris wäre um eine große Attraktion ärmer.
Die Aussicht hier oben ist gewaltig und meine Canon kommt nicht zur Ruhe. In der Ferne erhebt sich die Basilika Sacré Coeur auf dem Montmartre-Hügel, die Kuppel vom Invalidendom strahlt prachtvoll in der Sonne und der Arc de Triomphe wacht über zwölf Avenuen, die hier sternförmig  zusammenlaufen. Nächstes Mal würde ich den Eiffelturm in der Nacht besuchen, da soll es etwas entspannter hier oben zugehen. Momentan ist eine riesige Reisegruppe aus Indien hier oben und ein heilloses Gedränge am Fahrstuhl. Alle wollen wohl gleichzeitig nach unten. Mir ist der enge Körperkontakt unangenehm und bin froh als wir endlich wieder am Boden angekommen sind.

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IMG 5515IMG 5520IMG 5538Unten treffen wir wieder Petra und Anne, die in der Zwischenzeit dem Trubel rund um den Eiffelturm zugesehen haben. Wir gehen entlang des Marsfeldes Richtung Invalidendom. Unter der mächtigen Kuppel des Domes befindet sich Napoleons letzte Ruhestätte. Der Dom ist Teil des von Ludwig XIV in Auftrag gegeben Hôtel national des Invalides (deutsch: Invalidenheim), wo seiner Zeit Kriegsversehrte, heimatlose- und berufsunfähige Soldaten aufgenommen und versorgt wurden. Der Name "Invalidendom" ist etwas irreführend, denn es handelt sich nicht um eine Kathedrale, sondern der Dom ist Teil der ehemaligen Heimstatt. Heute ist der Dom eine der wichtigsten Barock-klassizistischen Bauten Frankreichs.

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Auch dieser Tag war wieder wunderschön, die Sonne hat uns den ganzen Tag verwöhnt. Wir haben unglaubliches Glück mit dem Wetter. Wir fahren etwas erschöpft zurück zum Campingplatz und machen es uns am Wohnmobil gemütlich.

IMG 5584IMG 5574Heute ist der dritte und letzte komplette Tag in Paris angebrochen und wir haben noch so viel zu besichtigen. Wir werden wohl nicht alle vorgenommenen Ziele schaffen. Zuerst frühstücken wir gemeinsam in der Morgensonne und brechen dann auf. Unser heutiges erstes Ziel ist die Kathedrale Notre-Dame. Wir fahren mit der rosa Linie 4 bis zur wunderschönen alten Metrostation Cité. Viele Kirchen in Frankreich nennen sich Notre-Dame, aber diese  in Paris ist eine der bedeutendsten Kathedralen in Europa. Hier wurde Napoleon Bonaparte 1804 zum Kaiser gekrönt. Hier spielte auch Victor Hugos weltberühmter Roman "Der Glöckner von Notre-Dame". So ist es nicht verwunderlich, dass vor der Kathedrale ein als Quasimodo verkleideter Mann sich für Bares mit Touristen fotografieren und filmen lässt. Eine lange Schlange hat sich vor dem Eingang gebildet. Anne und ich haben Glück und können über den Ausgang in das Innere der Kathedrale schlüpfen.

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Wie immer, wenn wir eine Kirche betreten sucht Anne sofort den Ort, wo man für eine Spende Kerzen anzünden und aufstellen kann. Nach diesem Ritual machen wir einen Rundgang durch diese riesige Kirche. Die beiden Türme sind 69 Meter hoch, das Kirchenschiff ist 130 Meter lang und 35 Meter hoch. Die Kirche wurde 1345 fertig gestellt und ist somit eines der frühesten gotischen Bauwerke Frankreichs. Durch die großen Mosaiken in den Fenstern wird durch die Sonne warmes, farbiges Licht in das Kirchenschiff geworfen. Just in diesem Moment hat eine Messe begonnen und wir verlassen die Kathedrale.

IMG 5600-300An der Metrostation Cité machen wir noch einige Fotos vom Palais de Justice, bevor wir langsam weiter bummeln. In der Ferne sehen wir einen schmalen hohen Turm, den Werner unbedingt besichtigen will. Wir wissen beide nicht wie dieser Turm heißt, in meinem Reiseführer ist nichts erwähnt. Trotzdem werden fleißig Fotos gemacht. Beim Schreiben dieses Berichtes werden Werner und ich im großen, weiten Internet endlich fündig: Es handelt sich um den Turm Saint-Jacques. Er ist 52 Meter hoch und soll lt. Wikipedia zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Paris gehören. Aber warum haben wir bisher nichts von ihm gewusst und warum ist er im Reiseführer nicht erwähnt? Der Turm ist ein Überbleibsel der im Jahre 1797 abgerissenen Kirche Saint-Jacques-la-Boucherie. Heute ist der Turm als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO "Jakobsweg Frankreich" ausgezeichnet. Rund um den Turm ist ein kleiner lauschiger Park mit Kinderspielplatz gebaut worden. Hier können wir uns von den Strapazen etwas erholen. Das gibt uns auch Gelegenheit unser weiteres Vorgehen zu Besprechen. Die Frauen wollen unbedingt das Kaufhaus Lafayette besichtigen. Die Männer akzeptieren und so geht es mit der grünen Linie 9 nach "Chaussée dÁntin La Fayette".

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 IMG 5620Das Kaufhaus Lafayette zählt zu den wohl größten seiner Art. Der Kunde wird vom Luxus völlig erschlagen. Alle bekannten Mode- und Parfümhersteller geben sich hier ein Stelldichein. Allein die Uhren in den Glaskästen im Erdgeschoss sind ein Vermögen wert. Werner, Matthias und ich lassen die Frauen mit den edlen Kleidern und Schmuck allein und bummeln noch ein wenig durch die Nebenstraßen auf der Suche nach einem Café. Ich rate jedem Paris-Besucher auch die Nebenstraßen zu besuchen, es gibt immer wieder Neues zu entdecken. In Paris kann man tagelang unterwegs sein, es wird nie langweilig. Wir entdecken auch ein kleines italienisches Restaurant, wo draußen noch Stühle frei sind. Wir bestellen uns eine Portion Nudeln und beobachten den quirligen Großstadtverkehr. Dann kommt ein Anruf von Anne, die uns in das Kaufhaus-Restaurant Lafayette ruft. Sie haben hier ein freies Plätzchen ergattert und sich auch etwas bestellt. Die Küche im Kaufhaus ist sehr reichhaltig und absolut nicht zu teuer. Auf der Dachterrasse haben wir noch einen herrlichen Ausblick auf Paris.

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Direkt gegenüber von Lafayette schaut man auf die Rückseite der Opéra Ganier. Wir laufen ein Stück weiter, um zur Vorderseite der Opéra zu gelangen. Bis zur Eröffnung des neuen Opernhauses Opéra Bastille war die 1875 fertig gestellte Opéra Garnier das größte Opernhaus der Welt. Anlass des Baues der Opéra war damals ein gescheitertes Attentat auf Napoleon im Jahre 1858 als er mit der Kaiserin die Opéra Lepeletier besuchte. Im 19 Jahrhundert war der Besuch dieser Opéra ein besonderes gesellschaftliches Ereignis.

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IMG 5646IMG 5651Zum guten Schluss dieser Reise haben wir noch ein Ziel: Den Präsidentenpalast. Er liegt im Stadtteil Saint Honoré nur wenige Schritte neben der Champs-Elysée und dem Place de la Concorde entfernt und ist der offizielle Amtssitz aller französischen Staatspräsidenten seit 1873. Am 22. Januar 1962 unterzeichneten hier General Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den Elysée-Vertrag (Freundschaftsvertrag), der die lange Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich beendete.
Diese Reise war natürlich mal wieder viel zu kurz, wir haben noch lange nicht alles gesehen, werden wohl doch noch einmal wiederkommen. Es hat Spaß gemacht, mit Petra und Werner diese Tour zu fahren. Es hat keinerlei Reibungspunkte gegeben, wir haben uns immer prächtig ergänzt. Die Rücktour nach Deutschland sind wir nonstop gefahren und haben noch zwei herrliche Tage bei Horst auf dem Stellplatz Moyland (Bedburg-Hau) am Niederrhein verbracht. Dieser Stellplatz ist sehr großzügig angelegt, von Horst super betreut und kostet für eine Übernachtung nur € 5,- (VE € 0,50 extra). Hier kann man die Seele baumeln lassen oder ausgedehnte Fahrradtouren unternehmen, alles ist eben und stellt auch für ungeübte Fahrer keine Schwierigkeit dar.

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