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Alle Bilder von Süd-Norwegen finden Sie hier: Süd-Norwegen

Tour 01+02: Überfahrt von Frederikshaven nach Göteborg

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Die Natur mit ihren Naturgewalten hat uns in ihren Bann gezogen. Es ist ein fantastisches Land, mit überwiegend unberührter Natur; Berge, Wasser und karge Felslandschaften wechseln sich ab. Richtig beschreiben kann man es nicht; man muss es gesehen haben. Nach einem guten Frühstück geht es auf Tour. Wir kommen sehr gut voran und Übernachten hinter Hamburg in Bad Bramstedt. Am nächsten Morgen noch schnell in Deutschland einkaufen, bevor wir über die Dänische Grenze fahren. Das Wetter ist nicht so gut. Regen und Sonne wechseln sich ab. Wir kommen ca. gegen Abend in Frederikshaven an. Mit der Fähre setzen wir nach Göteborg über und holen uns an Deck die erste Bräune. Die Überfahrt war einfach super. Wieder an Land, wird das Navi eingeschaltet und so kommen wir ohne Probleme aus Göteborg heraus. Immer noch super Sonne und noch 300 km bis Oslo. Über Oslo finden wir einen schönen Stellplatz am Holmenkollen.
Am nächsten Morgen: Rollos hoch. Strahlender Sonnenschein. Ich hole den Roller vom Träger und auf geht's in die Innenstadt von Oslo. Erst mal haben wir uns kräftig verfahren, weil wir den Stadtplan vergessen haben, na toll! Einen neuen Plan gekauft und auf zum Hafen. Welch ein gigantischer Anblick, Sonne, Meer, Wald und Berge. Zuerst wird die Innenstadt und der Königspalast besichtigt (Pflichtübung). Danach haben wir einen Fischladen gesucht, aber nicht gefunden! Dann eben zum Abendessen gegrillte Würstchen. Wir fahren zurück zum Stellplatz. Kaum zu glauben; Treffen hier Rita und Markus aus der Schweiz (Joxy12). Sie haben ihre Norwegentour bereits beendet und geben uns noch einige Tipps. So klein ist die Welt!

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Tour 03: Oslo-Rjukan-Telemark

Heute gibt es Sonne pur. Nach dem Frühstück geht's richtig los:
Unser erster Halt sind die Spiralen in Drammen – eine 1.650 Meter lange Straße mit sechs Windungen, die ins Innere eines Berges gesprengt worden ist, ursprünglich, um Baumaterial zu gewinnen. Oben angekommen erleben wir ein wunderschönes Panorama: unten der Fjord, links und rechts die Berge.
Der nächste Halt ist das Silberbergwerk in Kongsberg. 90 Minuten unter Tage. 15 Minuten Einfahrt in Miniaturwägelchen, stockdüster und eiskalt. Nach der Besichtigung haben wir ein Geschäft mit Lachsverkauf gesucht und gefunden! Wir genießen ein Abendessen mit Bandnudeln, Salat und Lachs, was will man mehr! Zum Übernachten sind wir weiter nach Tuddalsdal gefahren. Oberhalb der Baumgrenze auf 1090 Meter stehen wir einsam und allein. Karge Landschaft, Bergspitzen noch mit Schnee bedeckt, etwas unheimlich!

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Tour 04 Amot - Evje

Es hat die ganze Nacht geregnet. Morgens sehr diesig. Sicht 20 Meter. Erst mal frühstücken, Duschen, Haare waschen und heutige Tour planen. Schade, wir können die schöne Aussicht nicht genießen. Fahren zur Arbeiterstadt Rjukan und haben dort das Tinn- Museum besucht. Leider immer noch Regen. Weiter geht's in Richtung Dalen durch die Rabenschlucht. Knapp 14 km Schotterweg rauf und runter bis zum Ravnejuvet, eine 350 m senkrecht abfallende Felswand. Annes Höhenangst wurde durch die Fahrt schon auf eine harte Probe gestellt, deshalb gehe ich allein zur Felswand. Selbst mir wurde schwindlig bei dem nicht abgesicherten Abgrund; nur eine Tafel warnt, "nicht weiter gehen". Da es noch zu früh zum Übernachten ist, fahren wir zum Yachthafen nach Dalen und dann zum Schlafen in die Einsamkeit zwischen Dalen und Valle. Über einen schmalen Schotterweg direkt am Fluss erreichen wir den Stellplatz. Dank des Buches haben wir mit den Schafen, mitten in der Natur, einen phantastischen Schlafplatz gefunden.

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Tour 05: Evje - Kristiansand - Halbinsel Lista

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Heute wieder strahlender Sonnenschein. Kann eigentlich nur ein super Tag werden! Auf nach Kristiansand, die Hauptstadt Südnorwegens sowie die umliegenden Dörfer sind ein beliebtes Freizeit- und Erholungsziel. Grund sind die Strände – und einige Sehenswürdigkeiten. Dazu zählt einer von Norwegens größten Tier und Abenteuerparks: der Dyrepark. Ebenfalls lohnenswert ist Norwegens älteste Museumsbahn: die Setesdalbahn. Sie verkehrt fünf Kilometer zwischen Grovane und Beiholen mit Halt in Kristiansand. Eigentlich wollten wir zu einem Stellplatz direkt am Hafen, wenn es ihn noch gäbe. Dieser Mobilplatz wurde kürzlich geschlossen. Erst mal geparkt und endlich im Hafen frischen Lachs (1kg) gekauft. Da wir keinen Schlafplatz haben, sind wir auf einen Campingplatz gefahren. Standplatz direkt an den Klippen (Wind 4-5). Ofen raus, Lachs in die Pfanne und los. Denkste, viel zu windig. Zwischenzeitlich habe ich mir den Kopf durch das Zuschlagen der Eingangstür dermaßen gestoßen, dass ich vermutlich eine leichte Gehirnerschütterung habe. Aber da heute wohl jeder sein Fett ab bekommt, hat Udo sich zum Abschluss an einer heißen Gabel die Lippen gewaltig verbrannt, super Tag! Lachs im Womo gebraten (was wir nie tun wollten), und dazu einen handfesten Krach. Was will man mehr! Ansonsten war es aber ein toller Tag.

Tour 06: Borhaug-Refsnes

06 Tour 5 Borhaug Refsnes 036Nach dem Frühstück auf nach Borhaug. Während der Fahrt kommt uns aus dem hinteren Teil des Womos plötzlich Wasser entgegen. Das sieht nicht gut aus! Udo versucht herauszufinden, wo die undichte Stelle ist. Duschverkleidung demontiert, Schranktür an der Wasserversorgung ausgebaut, alles nass!
Das Abwasserventil ist undicht. Schnell bei Hymer angerufen, statt im Händlerverzeichnis nachzusehen. Müssen zurück nach Kristiansand (75 km). Aber was soll es, haben ja Urlaub. In Kristiansand haben wir ein komplette neues Ablasseckventil gekauft und eingebaut. Nun ist alles wieder dicht. Wir fahren wieder zurück bis Ana-Sira Helleren am Jøssingfjorden zu einem Stellplatz am Wasser.

Am Jøssingfjorden, an der Westwand des Berges Helleren, schmiegen sich zwei Häuser an die überhängende Felswand. Es sind die Gebäude eines bis 1920 bewohntes Hofes. Die Bewohner waren hier vor Niederschlägen geschützt. Gleich fahren wir nach Refsnes zum Badestrand. Müssen uns vom Vortag erholen. Vorher besuchen wir noch in Hauge den Wackelstein Ruggestein". Ich bewege mühelos mal eben 60 Tonnen. Weiter geht's zum Badestrand. Mittlerweile ist es stark bewölkt. An allen ausgewiesenen Badestränden ist mittlerweile Übernachtungsverbot für Wohnmobile. Nach einem Strandspaziergang fahren wir zum Übernachten weiter bis nach Hogstadvika. Hier darf man am Badestrand noch 24 Stunden stehen.

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Tour 07: Refsnes-Ardal

Mit der Fähre setzen wir bei starker Bewölkung in Lauvik über und fahren direkt zum Wanderparkplatz Preikestolen, eines der meistbesuchten Ziele Norwegens und der wohl meistfotografierte Felsen des Landes.
604 Meter hoch erhebt er sich am Nordufer des fast 40 Kilometer langen Lysefjorden. Die Tour dorthin ist keine Wanderung im üblichen Sinne. Klettern wäre der bessere Begriff. Es geht über Fels und Stein, den Abgrund vor Augen. Aber die grandiosen Aussichten lassen die Strapazen vergessen. Spät am Abend, zurück am Wohnmobil, fahren wir zum Schlafen weiter in den Yachthafen von Erfjord. Kaum sind wir angekommen, entlädt sich ein schweres Gewitter. Es regnet die ganze Nacht.

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Wanderung zum Preikestolen 002Wanderung zum Preikestolen 038


Tour 08: Ardal-Odda

Wieder strahlender Sonnenschein. Wir nehmen nicht die übliche Route am Meer entlang (Badestrände interessieren uns nicht sonderlich) sondern fahren mal wieder über die Berge. Ein Tunnel folgt dem Nächsten, sicherlich mehr als 25. Haben sie leider nicht gezählt. Der Längste war mehr als 7 km. Mittlerweile starke Bewölkung. Unterwegs halten wir bei den Zwillingswasserfällen Latefoss. Die Wassermassen verursachen einen weißen Nebelregen. Dieses Naturschauspiel ist einmalig! Weiter geht's zum Schlafplatz nach Odda. Kaum sind wir angekommen, fängt es an zu regnen. Gehen noch schnell einkaufen und machen es uns dann im Womo gemütlich. Denkste! Einige Rabauken fahren mit Ihren Pkws und lauter Musik andauernd über den Parkplatz. Werden wohl von den Campingplatzbesitzern bezahlt. Nach 1 Stunde sind wir so genervt, dass wir uns entschließen, noch den Stellplatz zu wechseln. 3 Kilometer weiter stehen wir dann sehr ruhig, direkt an einem kleinen Wasserfall.

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Tour 09+10: Odda-Hamlagrovatn

Mal richtig ausgeschlafen, regnet sowieso. Erste Tour heute, die
Magelitopp-Bahn. Wenn ich gewusst hätte, was auf uns zukommt, wäre ich sicher im Bett geblieben. So fahren wir gutgelaunt (z. Z. ist es trocken) durch den Tyssedal-Tunnel in Richtung Ringedalsvatn. Und dann kommt es; 7 km Serpentinen den Berg hinauf. Eine extrem steile Straße, mit nur einer
PKW-Breite, gesichert mit ca. 30 cm hohen Betonbalken und neben mir der Abgrund (Panik pur). Zurück geht nicht mehr. Keine Wendemöglichkeit. Selbst ich bekomme feuchte Hände und das soll schon was heißen. Oben angekommen, sehen wir einen schönen Stausee der zu einem Wasserkraftwerk gehört und die Bahn, die senkrecht nach oben führt, mit Blickrichtung zum Abgrund. Für 100 NOK pro Person noch mehr Angst; nein danke! Zurück im Tal entschließen wir uns wegen des schlechten Wetters direkt zum Wasserfall nach Steinsdalsfoss zu fahren. Durch verschiedene Tunnel, einer ist 7,7 km lang, erreichen wir um ca. 17.30 Uhr unser Ziel. Der Wasserfall ist nicht besonders groß, hat aber dafür eine gewaltige Kraft und die Besonderheit, man kann unter ihm hindurch gehen. Im strömenden Regen sehen wir uns das Naturschauspiel an und stellen uns unter die Felsplatte, die uns vor den Wassermassen schützt. Ganz in der Nähe übernachten wir, mit Blick auf die Berge, auf einen Parkplatz. Udo hat gerade die km ermittelt, die wir bis jetzt gefahren sind, insgesamt 2.764 km. Das ist Einsatz.

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 Heute wieder toller Sonnenschein. Nach dem Frühstück fahren wir in Richtung Bergen, mit Zwischenstation im Lysekloster. Die Fahrt zum Kloster ist wieder mal abenteuerlich. Extrem steil und die Fahrbahn ist so schmal, das kaum ein Auto durchkommt.

Lysekloster 008Lysekloster 007Die Ruinen des Klosters liegen in der norwegischen Kommune Os in Hordaland, 27 km südlich von Bergen, auf dem Gelände des Gutshofs Lysekloster Hovedgard.
Vom Kloster aus geht es direkt nach Bergen zum Wohnmobilstellplatz am Hafen. Die Stadt ist geprägt durch die am Naturhafen Vågen verlaufende Bryggen, wobei es sich um alte Handelseinrichtungen der Hanse handelt. Das Hafenviertel Bryggen, das bei den Stadtbränden 1702, 1855 und 1916 mehrmals abgebrand ist, bildet die letzte Holzhauszeile im unmittelbaren Stadtgebiet. Nach jeder Zerstörung wurde es nach originalen Plänen wieder aufgebaut. Das Profil ist daher heute noch dasselbe wie im 12. Jahrhundert.
Nach der Ankunft, Roller runter und ab zum Hafen, erste Eindrücke sammeln. Wir sind über den Markt geschlendert, haben einen Troll für unseren kleinen Wasserfall zu Hause erstanden. Wir bummeln weiter durch die Stadt. Bei den Preisen in Norwegen vergeht einem die Kauflust. Zurück zum Womo, mittlerweile ist es schon 20.30 Uhr, planen wir unsere morgige Besichtigungstour von Bergen.

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Heute ist es stark bewölkt. Wir düsen mit dem Roller los und haben uns kräftig verfahren. Im ca. 4,5 km langen Stadt-Tunnel sind wir vermutlich geknipst worden. Es fängt an zu regnen und wir beschließen, mit dem Womo zum Aquarium zu fahren. Nach der Besichtigung weiter zum größten Einkaufszentrum im Vorort von Bergen. Unser Navi spielt verrückt. Führt uns immer wieder im Kreis herum. Udo hat die Nase voll! Zurück zum Stellplatz. Hat mittlerweile aufgehört zu regnen. Wieder zum Essen mit dem Roller in die Innenstadt. Wir essen Pizza satt für 94 Kronen, dafür 35Kronen für die Cola (pro Person). Nachdem wir uns gestärkt haben, besichtigen wir die alten Holzhäuser von Bryggen mit ihren vielen kleinen Läden. Aus Rentierleder eine Handtasche für Sabrina gekauft (ganz weiches Leder). Die super erhaltenen Handelshäuser wurden u. a. von den Hanseaten genutzt, die hier eines ihrer Kontore besaßen (UNESCO Weltkulturerbe). Anne ist wohl das Essen nicht bekommen; wie angeflogen, muss sie auf die Toilette, nur wo? In Panik zurück zum Womo, gerade noch geschafft.

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Super Sonne, verlängern noch einen Tag in Bergen. Morgens direkt los zur Standseilbahn Floyen. In der Sonne über Bergen einmaliges Panorama genossen. Haben uns dann nochmals die Handelshäuser angesehen, und sind dann ins Hanseatic-Museum (war früher unbeheizt) sowie die dazugehörige Schotstuene (war für die damaligen deutschen Handelsleute die heutige Cafeteria und die Aufwärmstube) gegangen (sehr interessant). Kurz die Marienkirche besichtigt. Nochmals zum Fischmarkt und wie kann es anders sein, Lachs gekauft. Zum Womo zurück, gekocht und anschließend ein Sonnenbad genommen.

Tour 11: Voss-Kaupanger

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Der Tag ist bewölkt aber warm. Bevor wir heute weiterfahren, erst mal gründlich das Womo geputzt, geduscht, Haare gewaschen und alle Tanks gefüllt bzw. geleert. Unser erstes Ziel führt uns - um unsere Vorräte aufzufüllen - in einen riesigen Einkaufscenter. Dann geht es endlich wieder in die Einsamkeit der Berge. Wir haben schon richtige Entzugserscheinungen. Unsere erste Etappe geht zur Schlucht Bordalsjel.
Zwischenzeitlich kommt schon wieder die Sonne raus. Bis zum Ziel passieren wir 39 Tunnel, mit einer Länge von 200 m bis 2,8 km. Am oberen Teil der Schlucht machen wir erst mal Rast mit Bratkartoffeln, Rührei und Tomatensalat. Nach dem Essen müssen wir ein Stück zurückfahren, um wieder zum unteren Teil der Schlucht zu kommen. Wir können uns an den Naturgewalten einfach nicht satt sehen. Breit gestreut stürzt der Wasserstrom über mehrere Felsstufen. Weiter geht's in Richtung Stalheim-Schlucht. Leider haben wir nicht viel davon gesehen; sind nämlich die falsche Strecke wieder runter gefahren. Was soll´s, es kommen noch einige Schluchten und Wasserfälle. Weiter geht's in Richtung Flåm. Erster Tunnel noch kurz, Zweiter 5 km und Dritter 11,4 km lang. Der Stellplatz an der Flåmsbahn gefällt uns nicht, gehen daher auf den Campingplatz in Flåm. Die Ver- u. Entsorgung entspricht einem 5-Sterne-Hotel. So was haben wir noch nicht gesehen.

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Wieder strahlender Sonnenschein. Nach dem Frühstück auf zur Flåmsbahn. Diese spannende Bahnstrecke lockt Jahr für Jahr Menschen aus aller Herren Länder an und ist längst eine der beliebtesten und eindrucksvollsten Touristattraktionen in Norwegen. Karten gekauft und erst noch schnell im Internet einige E-Mails verschickt. Dann geht's los mit der Zugfahrt. Auf der 20 km langen Bahnfahrt erlebt man eine atemberaubende, großartige Natur, wie es sie in Norwegen kaum ein zweites Mal gibt: Schneebedeckte Gipfel, der Fluss, der sich seinen Weg durch tiefe Schluchten bahnt, Wasserfälle, die an steilen Bergwänden zu Tal stürzen, und Berghöfe, die sich an steilen Hängen festklammern.

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Am Kjosfoss Wasserfall konnte man aussteigen und fotografieren. Ob man es glaubt oder nicht, plötzlich ertönen Live Gesänge, wir vermuten, auf Norwegisch. Weiter nach Myrdal. Die Bahn überwindet 866 Höhenmeter. Der Bau der Strecke dauerte ca. 20 Jahre. Wir haben das Flåmtal in vollen Zügen genossen, möchten jetzt aber zur Abwechslung mal Schnee sehen. Daher rollen wir weiter in Richtung Aurlandsfjord. Der Aurlandsfjord ist ein Seitenarm des Sognefjord. Die Gegend um den Fjord ist durch Landwirtschaft und seit einigen Jahrzehnten auch durch Tourismus geprägt. In früheren Zeiten waren die Orte entlang des Fjordes sehr abgelegen. Erst durch den Bau von Tunneln in den 1980er und 90er Jahren wurde die Gegend das ganze Jahr über mit dem Auto erreichbar. Dann schlängeln wir uns 8 km in furchtbaren Serpentinen den Berg hinauf, ich immer den Abgrund vor Augen. Vor lauter Höhenangst bin ich schon total verspannt.
Das soll Urlaub sein". Die Straße, was sage ich, dass Sträßchen ist so schmal, dass der Gegenverkehr nur passieren kann, wenn Ausweichflächen vorhanden sind (die sind allerdings selten). Absicherung zum Abgrund, zum größten Teil keine und wenn vorhanden, dann sind es mal wieder 30 cm hohe Betonplatten (ein Witz). Aber jeder Albtraum nimmt irgendwann ein Ende und so erreichen wir die Hochebene. Hier wird die Straße erheblich breiter. Bei einer Höhe von 1200 m sehen wir rechts und links die ersten Schneefelder. Nach einem ausgiebigen Bad im Schnee und einer rasanten Kletterpartie fahren wir gespickt mit vielen Eindrücken wieder hinunter zum Tal. Wir besuchen noch in Laerdal den Wildlachscenter und düsen dann durch einen 6,6 und 4,5 km langen Tunnel sowie einer Überfahrt mit der Fähre zu unserem Nachquartier, einen Holzplatz in Kaupanger, direkt am Wasser. Für heute reicht es uns.

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Tour 12: Kaupanger-Jotunheimen-Lom

Wieder super Sonne. Nach dem Frühstück noch schnell die Stabkirche in Kaupanger besichtigt und dann geht's los in Richtung Nigardsbreen-Gletscher. Die Anfahrt erfolgt gemütlich neben dem Flusslauf, dessen Wasser milchig grau schimmert. Die Straßenverhältnisse sind zur Abwechslung wirklich Top, allerdings müssen wir einen einspurigen Tunnel mit Gegenverkehr durchfahren. Zwischenstation am Breeheim-Center. Hier erfährt man alles Wissenswerte über die Entstehung von Gletschern. Weiter geht's über eine Privatstraße zum Parkplatz am Gletscher. Erst mal Wanderschuhe an. Lassen uns mit einem Boot übersetzen, verkürzt die Kletterpartie um 20 Minuten. Und dann zum Gletscher. Man wundert sich, dass die Wassermassen unaufhörlich weiter fließen. Der Gletscher selbst schimmert in der Sonne gräulich blau. Sieht irgendwie unwirklich aus, wie eine Kunstkulisse. Udo muss natürlich über die Absperrung klettern, um noch bessere Fotos machen zu können. Die Japaner sind da disziplinierter. Nach unserer Rückkehr geht's weiter zum Jotunheimen-Massiv. Heute sind wir noch bis auf 1000 m gefahren. Übernachten auf einem Wanderparkplatz am Hotel.

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Tour 13: Lom-Geiranger-Dombas

Haben wohl den Jahrhundertsommer in Norwegen erwischt, wieder super Sonne. Erste Etappe, bis zur höchsten Stelle vom Jotunheimen-Massiv (1434 m),den Fantestein-Pass. Höher kann der motorisierte Urlauber hier nicht kommen. Wie gesagt, haben wohl den Jahrhundertsommer erwischt, nur noch vereinzelt Schnee und Eisreste auf den Bergspitzen. Nach dem wir uns an dem Panorama satt gesehen haben, geht's in Serpentinen, mit kräftigem Gefälle, auf gut ausgebauter Straße nach Lom. Hier besichtigen wir ein Steinmuseum und kaufen im dazugehörigen Shop ein paar Ohrringe für Mutti. Weiter geht's wohl zu einer der schönsten Stabkirchen Norwegens. Wunderbare Deckenmalereien und ein herrlich geschnitzter Altar ist zu besichtigen (fotografieren verboten). Es ist mittlerweile richtig heiß. Laut Buch soll die Temperatur zu dieser Jahreszeit ca. 18° bis 20° und nicht 30° betragen. In Lom wäre unsere Rundreise durch Südnorwegen eigentlich beendet. Da wir aber alle Ziele dank Navi immer direkt gefunden haben, bleibt uns jetzt noch richtig Zeit für zusätzliche Highlights. Eines davon ist der Geiranger Fjord, mit dem Aussichtspunkt „Dalsnibba". Unterwegs machen wir Pause bei einem super angelegten Gelände, direkt neben dem Wildwasserfluss (Donfoss), komplett in Felsen gebaut, mit Schwimmbad und Picknickplätzen. Der Fluss sieht wie künstlich angelegt aus. Kann man nicht beschreiben. Leider haben wir keine Rafting-Fahrer gesehen. Zum Mittagessen fahren wir auf einen einsam gelegenen Rastplatz, und wie kann es anders sein, Udo macht seinen obligatorischen Mittagsschlaf.

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Dann ging es ganz harmlos auf einer schönen breiten Straße, zum Abgrund mit Leitplanken gesichert, weiter. Die Steigerung und die Serpentinen haben mir nichts ausmacht. War vollkommen entspannt. Bis nach der Bomstation Dalsnibba. Auf festgefahrenem Schotter, ohne jegliche Absicherung, in Serpentinen mit einer Steigerung von mindestens 14% kurve ich meistens im 1 Gang den Weg hinauf, genau 4,9 km. Anne  bekam mächtig Angst, sie wollte dass ich anhalte. Das konnte ich aber in dieser Situation nicht riskieren. Ich wäre auf dem Schotter nicht mehr in Gang gekommen. Aber alle Not hat mal ein Ende. Auf 1500 m angekommen - gigantisch - diese Aussicht.

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Anne ist aus lauter Erleichterung, dass wir noch leben, in den Shop gegangen und hat mal richtig Geld ausgegeben. Zur Erinnerung an diesen Alptraum hat sie uns je eine Fleencejacke mit Geiranger Abzeichen gekauft und unserer Tochter Sabrina noch einen Schal. Zum Übernachten sind wir zum Geiranger auf den Campingplatz gefahren.

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Wir verbringen eine recht teure Nacht auf dem Campingplatz am Geiranger – fürs Wohnmobil sind rund 20 Euro fällig und für jede Person noch einmal rund vier Euro plus fünf Euro für Strom. Dafür sehen wir die Schiffe „Mona Lisa“, „Bremen“ und „Astor“ anlegen – ein imponierender Anblick: Die Schiffsriesen ankern, tausende Touristen steigen in kleine Boote, fahren an Land und verweilen ein paar Stunden auf dem Festland.  Kurz nach Mittag machen wir uns auf den Weg in Richtung Trollstigen. In elf Haarnadelkurven klettert die „Troll-Leiter“ – so die Übersetzung – mit Steigungen bis zu zwölf Prozent um 405 Meter und erreicht bei 850 Metern über dem Meeresspiegel ihren Scheitelpunkt. Dann geht es mit 10% Gefälle wieder ins Tal. Wir entschließen uns dann auf der Europastraße 136 bis Dombas und weiter auf der E 6 bis Otta durchzufahren, da die Navi CD dieses Teilstück nicht enthält und auch keine Angaben im Womo Buch vorhanden sind. Auf unserer Spur kommt uns ein PKW entgegen. Ich kann gerade noch ausweichen, aber auch die LKWs und Busse fahren wie die Wahnsinnigen, drängeln und berühren fast unsere Stoßstange, so dass ich immer wieder Bushaltestellen ansteuer, um sie vorbei zu lassen. Spät am Abend kommen wir in Otta an, laut Buch auf einem ruhigen Stellplatz.

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Wir haben die ganze Nacht kein Auge zugetan. Auto- und LKW Verkehr wie auf der Autobahn. Von ruhigem Stellplatz keine Rede. Sind total gerädert. Um 6.30 Uhr ohne zu Frühstücken 35 km weiter zu einem Platz am Fluss gefahren. Kaffee getrunken und da es eh bewölkt ist, wieder ins Bett. Bis 12.00 Uhr gepennt und dann in Richtung Lillehammer zum Wegmuseum (sehr empfehlenswert und kostenlos). Weiter gehts nach Lilliput zur Miniaturstadt aus der Jahrhundertwende. Da hat sich jemand einen schlauen Wortwitz ausgedacht: In Lillehammer befindet sich ein Abenteuerpark, und in diesem Park ist die Hauptstraße der Stadt nachgebaut, wie sie im Jahr 1930 ausgesehen hat. Aber nicht in Originalgröße – nein: im Maßstab 1:4. Als Besucher fühlt man sich, als bewege man sich als Riese durch eine Miniaturstadt – so wie es dem Reisenden Gulliver aus dem Roman von Jonathan Swift auf der Insel Liliput ergangen sein mag. Aus Lillehammer und Liliput hat der Park sich seinen Namen zusammengesetzt: Lilleputthammer. Kinder können in den Häusern – in denen sie sich wie Riesen fühlen – ein Kino oder ein Malzimmer
entdecken, im Park gibt’s zudem Trampoline, Elektro-Autos, Klettertürme und eine Zirkusshow. Erwachsene können sich über die Geschichte der 1930er-Jahre informieren.

Da Lillehammer keinen Stellplatz hat, übernachten wir für rund 30 Euro auf dem Campingplatz direkt an der schönen Mjøsa. Zum Zentrum benötigt man etwa 20 Minuten zu Fuß. Hier gehen wir ins Freilichtmuseum Maihaugen. Hier bekommt man für sein Geld echt was geboten. Bauernhöfe und Wohnhäuser, Viehhütten und Fischerhäuser, inkl. der Einrichtung sind zu besichtigen. Ein Bauernhof, der entsprechend der damaligen Zeit bewirtschaftet wird, eine Weberei die noch in Betrieb ist (musste natürlich einige Deckchen kaufen) eine Bäckerei, wo das Brot im Steinbackofen gebacken wird, konnte man probieren und kaufen (schmeckt super) und Verschiedenes mehr. Zwischendurch kommt sogar die Sonne raus. Nach dem wir ca. 3 Stunden im Außengelände verbracht haben, gehen wir zur Handwerksausstellung im Eingangsgebäude. Jede Art von Handwerk, ob Schlosserei, Schmiede, Schreinerei etc. sind aus der damaligen Zeit zu besichtigen. Sogar eine Zahnarztpraxis. Einfach toll. Nach ca. 5 Stunden verlassen wir das Gelände. Es regnet in Strömen. Da wir keine Lust zum Kochen haben, genehmigen wir uns Mc. Donalds. Es ist schon wieder fast 18.00 Uhr. Wo bleibt nur immer die Zeit. Wollen zum Übernachten in den Jachthafen von Hamar. Leider gibt es nur eine Unterführung, mit einer Höhe von 3,30m. Das ist uns zu riskant. Entschließen uns kurzfristig nach Oslo zum Stellplatz Holmenkollen, durchzufahren. Wie bei der Hinfahrt kommen wir im strömenden Regen gegen 21.00 Uhr an.

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Maihaugen 043Maihaugen 051

02 Oslo 042Es ist trocken aber sehr bedeckt. Erst mal gemütlich gefrühstückt und dann gegen Mittag mit dem Womo zur Museumsinsel Bygdoy. Besuchen das Kon-Tiki- und das Fram Museum. Mittlerweile kommt die Sonne durch und es wird wieder richtig heiß. Sind viel zu warm angezogen. Erst mal wieder zurück zum Womo. Leider geht plötzlich unser Wechselrichter nicht mehr. Müssen daher wegen 220 Volt den Campingplatz in Oslo anfahren. Da Anne seit unserer Ankunft in Oslo wieder Probleme mit dem Sitzen hat, ziehen wir in Erwägung, eine frühere Fähre nach Dänemark zu nehmen. Wenn schon zum Arzt, dann lieber in Deutschland. Nach Rücksprache mit Stena Line können wir morgen um 16.00 Uhr übersetzen. Fahren noch spätabends bis zur Festung Fredrikstad um dort zu übernachten. Haben dann morgen nur noch 200km bis Göteborg.


Rueckreise 006Der neue Tag beginnt mit super Sonnenschein. Anne kann etwas besser als gestern sitzen. Vielleicht bleibt sie vom Arztbesuch verschont. Fahren schon gegen 7.30 Uhr los, da wir Angst haben, wir könnten die Fähre verpassen. Zwischenzeitlich gefrühstückt kommen wir gegen 12.00 Uhr in Göteborg an. Es ist jetzt 15.10 Uhr; stehen bereits an den Laderampen. Fähre ist gerade eingelaufen. Werden bei dem Wetter sicherlich eine super Überfahrt haben. An dieser Stelle schließe ich mein Tagebuch Norwegen. Nach der Überfahrt geht es Non Stopp in Richtung Deutschland. Werden jetzt noch eine Woche Badeurlaub in Büsum verbringen.


Fazit:

Die Natur mit ihren Naturgewalten hat uns in ihren Bann gezogen. Es ist ein fantastisches Land, mit überwiegend unberührter Natur; Berge, Wasser und karge Felslandschaften wechseln sich ab. Richtig beschreiben kann man es nicht; man muss es gesehen haben. Dank Womo Buch und Navi haben wir alle High Light sowie die einsamsten Übernachtungsplätze, mitten in der Natur oder im Hochgebirge, immer sofort gefunden. Die Ver- und Entsorgung sowie die Müllbeseitigung sind in Norwegen vorbildlich. Ein Paradies für alle Wohnmobilfahrer. Wer während seines Norwegenurlaubs nur auf Campingplätzen nächtigt, ist selbst schuld, und ihm entgeht eigentlich das Wesentliche, die Verbundenheit mit der Natur". Haben uns jetzt schon entschlossen, im nächsten Jahr den nördlichen Teil bis zum Nordkap zu bereisen. Wer weiß, wie lange die Norweger dieses freie Camping noch dulden. Erste Anzeichen sind schon vorhanden; auf vielen Wanderparkplätzen prangt schon das Schild Übernachten im Womo verboten".