roll up280

Interview mit PHOENIX

Kontakt

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, benutzen Sie das Kontaktformular

Impressum

Klick hier>> Impressum

Wer ist online?

Aktuell sind 124 Gäste und keine Mitglieder online

website security

Alle Bilder von Sizilien finden Sie hier: Sizilien

Unsere geplante Reise nach Sizilien mit Rita und Markus (Joxy12) aus einem grossen Schweizer Wohnmobilforum sollte im Anschluss an eine Städtereise nach Venedig und Rom stattfinden. Leider mussten wir die Venedigreise nach nur einem Tag in Venedig abbrechen. Venedig stand noch teilweise unter Wasser und das Wetter wurde immer schlechter. Es regnete wie aus Kübeln und es wehte ein eiskalter Wind. Auch der Tiber schwoll auf Rekordhöhe an und wir verzichteten vorerst auf den Besuch in Rom. Wir beabsichtigen, auf der Rückreise nach Rom zu fahren. Also machten wir uns auf den Weg nach Ficulle in Umbrien, wo wir uns mit den Schweizern treffen wollen. Wir kamen am 16.12.2008 um 17 Uhr in Ficulle an und stellten unser Wohnmobil auf dem dortigen Parkplatz ab. Schon nach kurzer Zeit trafen auch Rita und Markus ein und wir machten uns noch einen schönen Abend im Wohnmobil. Wir wollen uns noch ein wenig von der Fahrerei erholen und verbringen auch den nächsten Tag in diesem schönen Städtchen. Der Ort liegt auf einem hohen Hügel, von wo aus es das Tal "Valle del Chiani" überblickt. Alle Häuser in Ficulle haben handgefertigte Hausnummern aus Ton gebrannt. Auch das eine oder andere Toilettenhäuschen hängt noch wie in Urzeiten an den Hauswänden (Bild mitte unten).

k Ficulle 17 12 08 0010k Ficulle 17 12 08 0006 2

k Ficulle 17 12 08 0021k Ficulle 17 12 08 0014

Auf dem Weg nach Sizilien führt uns die heutige Tour zum Vesuv. Durch schlechtes Wetter, Schnee und starker Regen, ist eine Besichtigung des Kraters nicht möglich. Also fahren wir direkt bis nach Paestum, wo wir uns die Ausgrabungsstätten anschauen wollen. Paestum ist ein kleiner Ort am Golf von Salerno. Rita und Markus sind in der Vergangenheit immer an diesem sehenswerten Ort vorbeigefahren, heute wollen sie unbedingt vorbeischauen. Wir können auf dem Parkplatz hinter einer Pizzeria, direkt am Eingang der Tempelanlagen unser Wohnmobil abstellen und auch für € 5,00 übernachten. Am Abend gehen wir gemeinsam in die Pizzeria zum Nachtessen und leeren noch gemütlich eine Flasche Rotwein.

Am nächsten Morgen in aller Frühe geht es dann auf Besichtigungstour. Der Eintritt zu den Ausgrabungstätten beträgt pro Person € 3,00. Paestum wurde um 600 v. Chr. von Griechen aus Sybaris als Posadonia gegründet. Die drei sehr gut erhaltenen Tempel zeugen vom Reichtum der ehemaligen Stadt. Bei wunderbarem Wetter umrunden wir die Ausgrabungsstätten. Erst nach und nach sind im letzten Jahrhundert durch unermüdliche Ausgrabungen neben den Tempeln die Umrisse der alten Stadt in den Grundmauern erkennbar geworden. Sehr gut erhalten ist auch die fast 5 km lange Stadtmauer und die vier grossen Stadttore.

k Paestum 19 12 08 049k Paestum 19 12 08 069

Der kleinste der drei Tempel, der Ceres-Tempel war der Athene geweiht und entstand etwa 500 Jahre vor Christus. Der Neptuntempel entstand etwa 450 Jahre vor Christus und ist wahrscheinlich auch der Hera und nicht dem Poseidon (Neptun) geweiht worden. Dieser Tempel ist wohl der am besten erhaltene dorische Tempel überhaupt. Das rechte Bild zeigt die Basilika, sie steht direkt neben dem Neptuntempel. Nach einer ruhigen Nacht geht die Fahrt weiter Richtung Süden bis nach Palmi zum Contrada San Elia, wo wir einen herrlichen Ausblick auf die Strasse von Messina und Sizilien haben. Markus liebt diesen Ort und hat uns schon viel darüber erzählt. Die Strasse von Messina ist eine Meerenge zwischen Kalabrien auf dem italienischen Festland und der Insel Sizilien. Hier schlagen wir unser Nachtlager auf und verbringen eine ruhige Nacht.

Palmi 19 12 08 016 650

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um in Villa S. Giovanni die Fähre nach Messina z erreichen. Wir erwerben im Fährhafen die Tickets für die Überfahrt und reihen uns in die lange Schlange der Fahrzeuge ein. Es geht trotz viel Betrieb recht zügig voran und wir fahren bald mit unseren Wohnmobilen in den riesigen Bauch der Fähre. Auf Sizilien geht es zügig weiter bis nach Taormina, wo wir unsere Sizilienrundreise starten wollen. Wir stellen unsere Wohnmobile in Taormina bei einem kleinen privaten Stellplatz ab und gönnen uns nach dieser Strapaze einige Glas Kölsch.

k Faehre 002k Faehre 007

Als erstes möchte etwas anmerken: Italiener und speziell die Sizilianer enutzen fortwährend ihre Hupe zur Kommunikation im Strassenverkehr. Auch Markus, als erfahrener Italienfahrer, machte reichlich Gebrauch von seiner FIAT-Tröte. Ich nicht, benutze ich doch meine Hupe fast nie!! Ohne Probleme habe ich in den ganzen vier Wochen in Italien nicht einmal hupen müssen. Wahrscheinlich komme ich jetzt in das Guinness-Buch der Rekorde.

Wir stehen heute sehr früh auf und lassen uns mit der Gondel nach Taormina bringen. Taormina thront hoch über dem ionischen Meer auf einer Felsenterasse. Das Städtchen ist der wohl meistbesuchteste Ferienort Siziliens. Der weite Blick auf das Meer und dem schneebedeckten Etna, und das traumhafte Stadtbild ziehen uns in seinen Bann. Der Corso Umberto ist die Hauptstrasse und von ihr erreicht man problemlos die meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Unser erster Gang führt uns durch die Via Dietro la Noce zum weltberühmten Teatro Greco.

Taormina 645

Hier erwartet uns ein besonderes Highlight: Wir haben durch das grosse Mauerloch einen traumhaften Blick auf den 3330 m hohen Mongibello. Nicht alle Fotografen bekommen den Vulkan so makellos vor die Linse. Dementsprechend tanzen Markus und ich völlig verzückt über die Tribühnenstufen und schiessen ein Foto nach dem Anderen (Motto: Kost ja nix). Zum Schluss bummeln wir noch etwas durch die Stadt und schauen uns den Dom San Nicola von Innen an. Zum Abschluss geniessen wir noch einen Espresso Coretto Grappa.

k Taormina 21 12 08 003k Taormina 21 12 08 038

k Taormina 21 12 08 061k Taormina 21 12 08 096

Unser nächstes Reiseziel soll uns nach Rifugio Sapienza führen. Eigentlich fährt man diese Strecke erst zum Schluss der Rundreise, von Norden her kommend. Da das Wetter aber so schön ist, beschliessen wir diese Tour vorzuziehen. Und es hat sich gelohnt. Wir haben wie erhofft hier oben, bis auf den schneidenden Wind, schönes trockenes Wetter. Der Rifugio Sapienza befindet sich auf einer Höhe von ca. 1900 Metern über dem Meeresspiegel auf der südlichen Seite des Vulkans Etna. Leider fährt die Seilbahn aus Sicherheitsgründen (starker Wind) nicht, die uns bis nach oben bringen sollte. Wir machen uns deshalb zu Fuss auf den Weg und erkunden den Krater, der 1986 bei einem Ausbruch entstand. Die Lavamassen bahnten sich einen unberechenbaren Weg in die umliegenden Täler. Dabei vernichteten sie alles, was auf ihrem Weg liegt, Felder, Wälder, Häuser. Auf dem Weg zurück kommen wir an so einem Mahnmal vorbei. Übernachtet haben wir dann am Sportplatz in Nicolosi.

k Rifugio Sapienza 21 12 08 005k Rifugio Sapienza 21 12 08 014

k Rifugio Sapienza 21 12 08 031k Rifugio Sapienza 21 12 08 033

Weihnachten wollen wir in aller Ruhe feiern, deshalb planen wir einen Stopp von drei Nächten in Siracusa. Siracusa ist eine herrliche Provinzstadt an der Ostküste der Insel. An die Stadt angrenzend erstreckt sich die kleine Insel Ortigia. Siracusa ist eines der bedeutendsten archäologischen Gebiete Großgriechenlands. Der archäologische Park Neapolis mit dem griechischen Theater, dem Altar von Hieron II, dem Steinbruch Paradiso und das Ohr des Dionysius ist schon sehenswert. Im Inneren der Höhle gibt Markus ein Ständchen, es klang gewaltig. Wir haben wieder schönes Wetter und geniessen diese herrlichen Hinterlassenschaften der Griechen. Nach diesem ausgiebigen Kulturrundgang kehren wir erstmal erschöpft zum Wohnmobil zurück und ruhen uns aus. Den nächsten Tag verbringen wir im Hafen und auf der Insel Ortigia. Das Besichtigungspotenzial von Ortigia ist ziemlich gross, wir können uns nicht alles anschauen, wir müssten dann eine Woche hier bleiben. ein. Auch ein Besuch der Weihnachtsmesse im Santuario Madonna Delle Lacrime steht auf dem Plan. Wir nehmen den offiziellen, bewachten Stellplatz von Platen in der Innenstadt und richten uns für die nächsten Tage ein.

Siracusa 23 12 08 007 650

k Siracusa 23 12 08 065k Siracusa 23 12 08 020

k Siracusa 23 12 08 052k Siracusa 23 12 08 057

Nach drei schönen Spätsommertagen brechen wir wieder auf und fahren weiter nach Süden. Hinter Avola biegen wir ab und fahren Richtung Noto. Noto liegt am Hang des Meti-Hügels, im Süden der Iblei-Berge. Das kleine Städtchen ist auch berühmt wegen der bedeutenden Weinproduktion. Noto wurde von einem Erdbeben nahezu völlig zerstört, danach entstand hier eine der schönsten Barockstädte der Insel. Es gehört zum UNESCO Kulturerbe. Wenn man die Hauptstrasse, Corso Vittorio Emanuele, entlang spaziert, kommt man an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei, besonders Sehenswert sind das Rathaus und der Dom Santi Nicola e Corrado von 1770 auf der Piazza Municipio. Eine riesige Freitreppe führt hinauf zum Eingangsportal.

k Noto 25 12 08 013k Noto 25 12 08 017

Weiter geht die Reise Richtung Marzamemi, wo wir auch übernachten wollen. Wir finden einen schön gelegenen Stellplatz, direkt auf der Hafenmole. Hier haben wir einen schönen Blick auf den Hafen und das Dorf. Marzamemi ist ein kleines ehemaliges Fischerstädtchen im Südosten Siziliens. Die alten Häuser und schmalen Gassen haben einen malerischen verträumten Charme. Wir werden auch gleich von einem freundlichen Sizilianer mit einem Glas Rotwein begrüsst. Wie schön, dass Rita und Markus Italienisch sprechen und verstehen. Anne und ich wären sonst aufgeschmissen. Markus und ich besuchen danach noch eine kleine schmucke Bar, wo wir uns einen Espresso Coretto Grappa gönnen. Am Abend geht es im Hafen mächtig rund, Menschen über Menschen strömen in den Hafen. Wir beschliessen, unsere Mobile zu versetzen, um eine ruhige Nacht zu haben. War allerdings ein Flop, denn auch hier feierten die Sizilianer bis in den frühen Morgen.

Marzamemi 25 12 08 012 650

k Marzamemi 25 12 08 004k Marzamemi 25 12 08 013

k Marzamemi 25 12 08 016k Marzamemi 25 12 08 017

Nach der etwas unruhigen Nacht wollen wir heute weiter nach Módica. Módica befindet sich südlich von Ragusa in einer leicht hügeligen Landschaft und ist eine der spätbarocken Städte des Val di Noto. Die barocken Häuser mit den tollen, reich verzierten Balkonen zeugen von einer reichen Vergangenheit. Früher war diese Stadt wohl eine der schönsten Barockstädte. Heute macht Módica auf mich einen etwas sanierungsbedürftigen Eindruck, da die meisten Fassaden dringend restauriert werden müssten. Auch die Eisengitter an den wunderschönen Balkonen brauchen dringend etwas Rostschutzfarbe.

Modia 26 12 08 039 650

Weiter geht die Fahrt nach Ragusa, wo wir zunächst übernachten. Tags darauf wollen wir die Bikinimädchen von Piazza Armerina sehen. Leider war diese Attraktion wegen Sanierungsarbeiten nicht geöffnet. Dafür haben wir diesen weiten Weg gemacht. Wir waren sehr enttäuscht. Ich muss auch hier auf Archivbilder von Markus zurückgreifen.

k Piazza Armerina 26 12 08 001k Piazza Armerina 02

Dafür beginnt jetzt der Kulturteil: Die Tempelanlagen von Agrigento, Selinunte und Segesta. Wir starten unsere Besichtugungstour im Valle dei Templi (Tal der Tempel) in Agrigento. Agrigento liegt an der Südwestküste der Insel. In der Antike von den Griechen gegründet, wurde sie zu einem bedeutenden Zentrum der Insel. Anders als der Name vermutet, liegen die Tempelanlagen nicht in einem Tal, sondern auf einer grünen Hochebene. Die Tempel und die anderen Bauwerksreste sind aus goldgelbem Kalktuffstein errichtet. Alle Tempel sind fast in einer Linie hintereinander aufgereiht. Wir zahlen 8,00€/Person Eintrittsgeld und erkunden als erstes den Tempio di Ercole (Heraklestempel) von 500 v. Chr. Dieser Tempel wurde durch Erdbeben und von Menschenhand zerstört. Von 38 dorischen Säulen wurden einige wieder aufgerichtet und lassen die Grösse dieses Bauwerkes erahnen. Weiter geht es zum Prunkstück der Anlage, dem Tempio della Concordia (Concordia-Tempel). Er wurde etwa 440 v. Chr. errichtet und ist von 34 Säulen umgeben. Am Ende des Parco Archeologico, auf einem Felsen erbaut, liegt der Tempio di Giunone Lacinia (Hera- oder Junotempel). Zum Schluss machen wir noch einen Abstecher zum Tempio di Giove (Zeustempel), von dem allerdings nur noch ein Trümmerfeld erhalten geblieben ist. In der Ferne sehen wir noch die restlichen Säulen des Tempio dei Dioscuri (Dioskurentempel). Zwischen den Ruinen im Tal der Tempel zu wandeln ist ein einmaliges Erlebnis, man kann es nur jedem Sizilienreisenden empfehlen. Für heute reicht es uns, wir sind ziemlich geschlaucht, verlassen den Park und fahren nach San Leone, wo wir im wunderschön angelegten Hafen übernachten.

Agrigento 27 12 08 025 650

k Agrigento 27 12 08 005k Agrigento 27 12 08 017

k Agrigento 27 12 08 033k Agrigento 27 12 08 034

Wir haben eine ruhige Nacht im Hafen verbracht und planen nach dem Frühstück den weiteren Tag. Heute soll die “Tempeltour” weitergehen. Die Tempelanlagen von Selinunte sind das neue Ziel und ein Muss für jeden Sizilienreisenden. Selinunte liegt an der südwestlichen Küste. Der Tempelkomplex ist von grossem Zauber und von unvergleichlicher Bedeutung. Der Eintritt in die Anlage kostet 6,00€/Person. Da wir noch etwas vom Vortag geschlaucht sind, nehmen wir heute ein elektrisches Taxi für 5,00€/Person. Der freundliche Fahrer fährt uns bis zum Prunkstück der Anlage, dem 530 v. Chr. erbauten Hera-Tempel. Alle 36 Säulen sind nach einem Erbeben wieder aufgerichtet worden. Hier steigen wir aus und haben etwa 20 Minuten Zeit den Tempel zu besichtigen und die nötigen Fotos zu schiessen. Wir haben noch Zeit das Trümmerfeld des wohl grössten Tempels, den Apollo-Tempel zu erkunden. Die Säulen hatten einen Durchmesser von 2,50 Meter und ragten früher mal 30 Meter in die Höhe. Dagegen ist der nur 10 Meter hohe Hera-Tempel deutlich kleiner. Der Fahrer ist pünktlich zur Stelle und wir werden weiter zu den Ruinen des alten Solunto gefahren. Es macht Freude, die vielen Ruinen, alten Strassen und Befestigungen aus alter Zeit zu bewundern. Die Nacht verbringen wir auf einem ruhigen Platz in Marinella mit Aussicht auf das Meer.

k Selinunte 29 12 08 021k Selinunte 29 12 08 024

Letzte Station der Tempeltour soll Segesta sein. Der kleine Ort liegt am Fusse eines kleinen Berges, dem Monte Barbaro (430 m). Hier parkieren wir aber nur unsere Wohnmobile auf dem Parkplatz vor dem Eingang und machen noch Fotos vom dorischen Tempel, der von hier aus gut zu sehen ist. Der Tempel wurde erbaut um ca. 430 v. Chr. Wir verzichten auf eine eingehendere Besichtigung, haben wir in den letzten Tagen doch schon viele schöne Tempel zu Gesicht bekommen.
Wir fahren also hinauf auf die Spitze des Monte San Giuliano, auf dessen Spitze in 751 m Höhe Erice liegt. Erice ist eine ruhige, bezaubernde Ortschaft mit vielen mittelalterlichen Bauwerken. Besonders die Mutterkirche aus dem 14. Jh. hat es uns angetan. Von aussen eher unscheinbar, erstrahlt sie Innen im vollen Glanz. Es hätte ein super Nachmittag werden können, aber mitten in der Besichtigungstour fängt es derart an zu schütten, dass wir völlig durchnässt das Weite suchen und in die Wohnmobile flüchten. Wir fahren also weiter nach San Vito Lo Capo. Zunächst parkieren wir unsere Fahrzeuge direkt am Meer auf einem einsamen Strandweg. Da aber zu befürchten ist, dass Anne durch starken Wellengang nicht schlafen kann, fahren wir in den Ort, wo wir einen kostenpflichtigen Stellplatz für 10,00€ belegen.

Die letzten Urlaubstage auf Sizilien nähern sich unaufhaltsam. Vor uns haben wir aber noch einige Highlights: Palermo, Monreale und Céfalu stehen noch auf der Liste. Nach einer erholsamen Nacht auf dem Stellplatz in San Vito Lo Capo lassen wir die Motoren an und fahren nach Palermo. Bevor wir den offiziellen Stellplatz (15,00€/Nacht) erreichen, quälen wir uns durch die Stadt. Wer hier ohne Kratzer rauskommt, ist ein Held. Wegen jeder Kleinigkeit, ob freundlich oder grimmig gemeint, wird gehupt. Ich wusste meistens nicht warum. Wie oben schon beschrieben: Ich bin ohne Tröte ausgekommen. Palermo ist reich an künstlerischen und historischen Zeugnissen und schönen Parkanlagen. Prunk und Elend liegen hier eng zusammen. Um Palermo komplett zu erleben, reicht eine Woche nicht aus. Wir beschränken uns bei unserem Besuch auf einige wenige Highlights, z.B. die Kathedrale von Palermo, Piazza Quattro Canti und der Altstadt. Wir steigen in einen Bus und lassen uns in die Innenstadt fahren.

Palermo 30 12 08 067 650

k Palermo 30 12 08 066k Palermo 30 12 08 068

Der Bau der heutigen Kathedrale von Palermo, auf Sizilien auch Maria Santissima Assunta genannt, begann um 1184 nach Christus.
Santa Maria dellAmmiraglio: Die ursprünglich griechisch-orthodoxe Kirche wurde während der Normannischen Zeit in eine katholische Kirche umgewandelt, später Teil der katholisch- byzantinischen Diözese von Piana degli Albanesi.. Die Kirche wird heute La Martorana genannt, weil Alfonso V. von Aragon sie 1435 dem nahen Kloster Martorana, von Goffredo Martorana und seiner Frau Luisa gegründet, überliess. Von Innen ist diese Kirche ein Schmuckstück. Die verkehrsreiche Kreuzung der Via Maqueda und des Corso Vittorio Emanuele wird auch Quatro Canti (vier Ecken) genannt. Sie ist das Zentrum der Altstadt und damit idealer Ausgangspunkt, um die vielen Sehenswürdigkeiten Palermos zu erkunden.
In der Mitte der Piazza Pretoria steht die Fontana Pretoria (Brunnen Pretoria) mit allegorischen Statuen. Er wurde im 16. Jahrhundert von zwei Florentiner Bildhauern geschaffen. Der Brunnen erhielt bei den Bürgern von Palermo den Beinamen: Brunnen der Scham. Die vielen nackten Figuren waren den Bürgern früher zu gewagt.
Der Dosenmacher arbeitet direkt auf der Strasse, so erspart man sich teure Geschäftsräume. Hier gibt es nahezu alles aus Metall für den Einsatz zu Hause. Auch die Obst- und Gemüsestände sind üppig gefüllt.

k Palermo 30 12 08 096k Palermo 30 12 08 103

Trotzdem es in den verwinkelten und dunklen Gassen gegen Abend etwas düster war, hatten wir niemals das Gefühl der Unsicherheit. Unsere anfängliche Skepsis war unbegründet. Vielleicht war es auch der Umstand, dass Rita und Markus dabei waren, im Notfall können die Beiden immer dolmetschen. Zum Abschluss kehren wir noch kurz in eine Cafébar ein und fahren zurück zum Stellplatz. Hier verbringen wir beschützt durch einen Nachtwächter und etlichen Kameras eine ruhige Nacht.

Unsere nächste Etappe soll uns erst nach Monreale und dann weiter nach Gibilmanna führen, wo wir die Silvesternacht verbringen wollen. Monreale liegt etwa 7 km von Palermo entfernt am Hang des Monte Caputo. Wir parkieren unsere Wohnmobile auf dem öffentlichen Parkplatz und steigen die Stufen hinauf zur Innenstadt. Die Innenstadt ist doch schon sehr touristisch. Alles ist sehr durchgestylt und auf Touristen eingestellt. Unzählige Shops säumen die Gassen und bieten allerlei Souvenirs an. Besonders hat uns aber der Dom von Monreale beeindruckt. Die Türflügel vom Eingangsportal sind aus Bronze und in 42 Quadrate eingeteilt, in denen Szenen aus der Bibel dargestellt sind. Die imposanten Türme, der linke unvollendet, schliessen den Bogengang aus dem 18. Jahrh. ein, der aus drei, von dorischen Säulen getragenen Arkaden besteht.

k Monreale 31 12 08 001k Monreale 31 12 08 017

Gibilmanna liegt etwa 10 km von Céfalu entfernt. Gibilmanna befindet sich bereits auf über 800 m über dem Meer, es ist hier doch schon etwas kühl. Kulturell interessant ist das Santuario di Gibilmanna, ein ursprüngliches Eremitenkloster. Hier ist es sehr ruhig, Odin, der Labrador-Rentner von Rita und Markus kann hier gut schlafen, da er nicht von Silvesterböllern erschreckt wird.

k Santuario di Gibilmanna 31 12 08 002k Santuario di Gibilmanna 31 12 08 010

Unsere letzte Stadtbesichtigung vor der Heimreise ist Cefalú. Der Ort ist ein sehr schönes Seebad an der Nordküste Siziliens. Die Stadt ist besonders wegen ihres normannischen Doms bekannt. Die Kathedrale ist ein herrliches Bauwerk und steht erhöht über dem Piazza Duomo. Cefalú stellt sich zwar auch sehr touristisch dar, ist aber dennoch ein wahres Kleinod. Der herrliche Strand und der schöne Hafen haben es mir angetan. Unsere Kameras waren unermüdlich im Einsatz, gab es doch Motive satt.

Cefalu 01 01 09 009 650

Cefalu 01 01 09 084 650

Wir schlendern bei wunderschönem Wetter gemütlich über die Strandpromenade, anschliessend über den Piazza C. Colombo durch enge Gassen zum Piazza Duomo. Durch das schöne Wetter ist der Platz mit den gemütlichen Strassencafés gut gefüllt. Ich steige die Treppen hinauf zur Kathedrale und kann einen Blick in den Dom werfen. Gerade wird eine Messe verlesen, ich möchte nicht stören und lasse den Fotoapparat aus. Der Rundgang geht weiter zur Bastione Capo Marchiafava. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über Geröllmassen hinweg auf die alten Häuser, die direkt am Meer gebaut sind.

k Cefalu 01 01 09 066k Cefalu 01 01 09 076

Jede Reise hat einmal ein Ende. Wir beschliessen, über die Berge nach Randazzo zu fahren, um noch mal den Mongibello von der Rückseite aus zu sehen. Leider war an diesem Tag das Wetter in den Bergen umgeschlagen und wir mussten bei Regen und Nebel fast 180 km über kurvige, teilweise schlecht ausgebaute Strassen durch die Berge fahren. Anne war durch die ständige Kurverei etwas übel geworden. Ziemlich erschöpft kamen wir schliesslich in Randazzo an und haben auf einem riesigen Parkplatz die letzte Nacht auf Sizilien verbracht. Der Wettergott hatte ein Einsehen, als wir am Morgen darauf aus den Betten fielen, hatte sich der Nebel verzogen und der Mongibello zeigte sich in voller Pracht.

k Randazzo 02 01 09 005k Randazzo 02 01 09 008

Wir werfen die Motoren an und fahren nun auf direktem Wege zur Autostrada Richtung Messina. Im Hafen haben wir diesmal mehr Glück wie bei der Hinreise, wir stehen in der ersten Reihe am Anleger und müssen nicht lange warten bis die Fähre eintrifft. Die Überfahrt dauert nur etwa 40 Minuten bis Villa S. Giovanni. Schnell verlassen wir die Fähre und fahren Richtung Palmi, wo wir ein letztes Mal am Contrada San Elia übernachten wollen. Wir gehen am Abend in das 100 m entfernte Ristorante und verbringen bei Pizza, herrlichem Rotwein und Espresso Coretto Grappa einen schönen Abend. Am nächsten Morgen, Rita und Markus schlummern noch in ihren Betten, fahren Anne und ich Richtung Rom. Anne möchte unbedingt den Vatikan besuchen und Rom liegt ja direkt auf dem Heimweg.

Fazit: Sizilien ist eine Reise wert!

Es war eine tolle, erlebnisreiche und informative Reise. Mit Rita und Markus gemeinsam zu fahren macht doch immer wieder Spass. Alles klappte reibungslos, schlechte Stimmung ist nie aufgekommen.
Enttäuscht waren wir nur über die gelegentliche Unsauberkeit (um es etwas milde auszudrücken) in einigen Regionen. Diese herrliche Insel mit den vielen Kulturdenkmälern, barocken Städten und schönen Stränden wäre noch schöner, würde man das Müllproblem besser in den Griff bekommen. Trotzdem überwiegt der positive Eindruck, die Menschen sind sehr freundlich, unterhalten sich sofort mit uns, wenn man sie anspricht. Auch habe ich zu keiner Zeit ein mulmiges Gefühl gehabt, frei zu übernachten.