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Für dieses Frühjahr haben wir uns eine Reise nach Umbrien vorgenommen. Bisher sind wir nur auf der Autobahn von Nord nach Süd durch Italien gefahren und haben von dieser malerischen Landschaft wenig gesehen. Anne möchte auf der Hinreise unbedingt die Stadt und die Strände besuchen, von denen unsere Väter in den 50igern so schwärmten.
Rimini liegt am Süd-östlichen Zipfel von Emilia Romagna an der Adria und ist eine bekannte, von vielen Touristen beliebte Urlaubsstadt. Reiseveranstalter aus aller Welt haben entsprechende Angebote in ihrem Programm. Wer das Standleben liebt, ist hier genau richtig, unendlich lange Strände rund um Rimini laden die Urlauber zum IMG 4757Sonnenbaden ein. Uns liegt so eine Art Urlaub eher weniger, nach ein-zwei Tagen zieht es uns wieder weiter. Trotzdem wollen wir ein wenig vom Flair Riminis genießen. Unser Wohnmobil haben wir auf dem gut eingerichteten Stellplatz Parking delle Robinie in Bellaria-Igea Marina abgestellt. Die Preise sind moderat, für die Übernachtung werden im Monat April € 11,- verlangt. Zum Wasser ist es nicht weit- direkt gegenüber der Straße liegt der, zumindest noch zu dieser Jahreszeit, saubere Badestrand. Einige wenige Meter vom Eingang entfernt  gibt es eine Bushaltestelle. Wir müssen nicht lange warten und steigen ein, um nach Rimini zu fahren. Wir wollen beim Fahrer ein Ticket lösen, aber der zuckt nur mit den Schultern, leider versteht er uns nicht. Mit einigem Unbehagen fahren wir einige Stationen weiter, bekommen dann aber Skrupel und steigen aus. Leider viel zu früh, es sind noch mindestens 4-5 km nach Rimini und es ist an diesem Tag ziemlich heiß. Wir wandern also immer am Strand entlang Richtung Rimini. Die Strände sind in dieser Jahreszeit noch nicht völlig gesäubert und menschenleer. Etliche Radlader sind am Strand damit beschäftigt, Tang und angespültes Unrat zu entfernen und den Strand zu planieren. Die Strände hier gehören in der Regel zu den angesiedelten Hotels. Momentan sind die Angestellten damit beschäftigt ihre Sonnenschirme und Liegen aufzustellen. Jedes Hotel hat seine eigenen Farben, wenn alles aufgebaut ist, wird es hier sehr bunt aussehen.

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IMG 4785Ziemlich durchgeschwitzt kommen wir dann doch in Rimini an und besuchen zuerst den Hafen. Hier herrscht doch schon reges Treiben, Urlauber flanieren über die Mole, die Fischer werkeln an ihren Booten und bessern ihre Fanggeschirre aus. Direkt neben der Hafeneinfahrt beginnt dann auch der berühmte Strand von Rimini. Einige abgehärtete Urlauber tummeln sich auch schon im noch ziemlich kalten Wasser. Wir sind vom Wandern noch ein wenig geschafft und kehren erst mal in ein schön angelegtes Strandcafé ein. Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den Strand und können die badelustigen Leute beobachten.
In der beschaulichen und einladenden Innenstadt von Rimini gibt es zahlreiche kleine Cafés, Restaurants, Boutiquen und Läden die sich großer Beliebtheit erfreuen. Anne und ich haben aber heute keinen Sinn mehr für einen Rundgang und suchen die nächste Bushaltestelle Richtung Bellaria-Igea Marina. Auch in diesem Bus gibt es keinen Ticketautomat und der Fahrer will auch kein Geld annehmen. Also wieder wie bei der Hinfahrt ein mulmiges Gefühl im Bauch, wollen wir doch nicht in eine Kontrolle geraten. Wieder steigen wir viel zu früh aus und müssen einige Kilometer laufen. Später erfahren wir, dass man die Tickets im Tabakladen kaufen muss, wer beim Schwarzfahren erwischt wird, wird kräftig zur Kasse gebeten. Schwein gehabt!

IMG 4793-bearbeitetWir verbringen noch einen sonnigen Tag auf diesem Stellplatz und rüsten zur Weiterfahrt nach San Marino. Die Fahrt ist nicht sehr lang und schon erklimmen wir mit unserem Wohnmobil dieses berühmte Bergmassiv. Schon nach den ersten Serpentinen biegen wir auf den weiträumigen Parkplatz P13 ab. Der Parkplatz ist noch außer zwei anderen Wohnmobilen noch Menschenleer und wir suchen uns einen schönen Stellplatz. Dieser Platz ist terrassenförmig angelegt und völlig eben, daher eignet er sich auch gut für eine Übernachtung. Nach kurzer Zeit brechen wir auch schon auf, um diesen malerischen Ort zu besuchen. Schon nach ca. 300 Metern auf einem gut ausgebauten Gehweg erreichen wir die Talstation der Seilbahn. Obwohl Anne unter Höhenangst leidet lassen wir uns doch kurzerhand mit der Seilbahn zur Altstadt hinauf bringen, denn wer diesen Berg zu Fuß erklimmen will, muss eine gute Kondition haben, damit er oben noch genügend Kraft hat, alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen. San Marino ist schon etwas Besonderes. Es ist vollständig von Italien umgeben und eines der ältesten und kleinsten Länder der Erde.

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Der Berg Monte Titano ist das zentrale Element der kleinen Republik. Die Geschichte des Landes ist untrennbar mit dem heiligen Marinus verbunden. Der Sage nach war Marinus ein christlicher Steinmetz und wählte um 300 n.Chr. die Einsamkeit des Monte Titano da Christen zu dieser Zeit vom römischen Kaiser Diokletian verfogt wurden. Er versteckte sich in einer kleinen Höhle in der südlichen Felswand am Monte Titano. Diese Höhle ist auch heute noch zu besichtigen. Sie ist aber nicht so einfach zu erreichen,  man muss schon über Treppen und Leitern nach oben klettern.

IMG 4820IMG 4884Eines meiner ersten Motive ist das alte Stadttor. Wir schlendern durch die romantischen Gässchen mit den vielen Gaststätten und Andenkenläden. Dann ging es Richtung Palazzo Pubblico. Hier steht der Regierungspalast mit seinem trutzigen Glockenturm. Der Freiheitsplatz ist der wichtigste Platz der Stadt. Wir hatten nicht das nötige Glück und konnten die Wachablösung nicht beobachten. Vor dem Palast steht die Statue der Freiheit. Auf dem Kopf trägt die Statue ein Diadem in Form von drei Türmen. Rund um den Freiheitsplatz gibt es viele kleine Restaurants und Bistros, die zum Verweilen einladen.
Nicht weit vom Palast entfernt finden wir die 1855 eingeweihte, im neoklassizistischen Stil errichtete Basilica di San Marino. Hier sind die Gebeine des heiligen Marinus aufbewahrt. Wir bummeln weiter durch winklige, enge Gassen und lassen uns vom Flair San Marinos verzaubern. San Marino ist etwa so teuer wie Venedig. Einen Großteil seiner Einnahmen bestreiten die Einwohner durch Kunsthandwerk, Briefmarkenverkauf und Fremdenverkehr. Auch günstige Lederwaren werden hier angeboten. Einzelne Maler bieten auch ihre Bilder zum Kauf an. Täglich werden ganze Heerscharen von Touristen mit Bussen herangekarrt, die die Kassen klingeln lassen.

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IMG 4859Die Silhouette der Stadt wird von den drei Türmen dominiert, die Teil der Befestigungsanlage waren. Diese Türme sind das Wahrzeichen von San Marino und wohl das beliebteste Fotomotiv der Touristen. Die hellen Mauern mit den Zinnen und Türmchen sind schon ein tolles Motiv. Leider haben wir heute kein gutes Fotowetter, es ist sehr dunstig und der Himmel ist teilweise grau in grau, nur selten ist blauer Himmel zu sehen. Schließlich stehen wir an der steilen Felswand des Monte Titano. Die drei Felsspitzen werden durch einen Wehrgang, dem Hexenpfad, verbunden. Auf jeder Felsspitze steht eine trutzige Burg: La Rocca o Guaita, Cesta o Fratta und Montale. Die Festung Rocca o Guaita ist aus dem 11. Jahrhundert. Wir zahlen den Eintritt und dürfen zur Anlage hinaufsteigen. Früher war hier auch ein Gefängnis. Oben angekommen hat man einen wunderbaren Ausblick auf den zweiten Turm, den Cesta o Fratta. Hier ist ein großes Waffenmuseum untergebracht. Der Pfad dorthin ist sehr schmal und mit etlichen groben Steinstufen nicht leicht zu begehen. Geländer geben aber den nötigen Halt. Alle paar Meter halten wir an, um den atemberaubenden Ausblick in die Landschaft zu genießen. Dieses Panorama entschädigt für alle Mühen. Bei gutem Wetter soll man bis zum Mittelmeer schauen können. Uns ist es heute leider nicht vergönnt.

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Durch das ständige Auf und Ab sind wir ziemlich geschafft und so machen wir uns auf den Rückweg, ohne den Fels Montale gesehen zu haben. Wir bummeln langsam durch die Gässchen zurück und lassen uns von der Seilbahn wieder nach unten befördern. Im Wohnmobil erholen wir uns  kurz von den Strapazen.
Wir lassen uns aber nicht lange hängen, wollen wir heute doch noch weiter. Unser Ziel ist Umbrien.

Während Kolonnen kultursüchtiger Lehrerfamilien und Volkshochschulgruppen die Toskana überfluten, wird Umbrien, dem »Grünen Herz Italiens«, meist sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Ein Fehler, denn die Region ist weniger überlaufen und hat Einiges zu bieten. Es gibt sechs Naturparks, dazu gehören das Naturschutzgebiet Lago di Trasimeno, der Flusspark des Tiber und des Nera, Park des Monte Subasio, Park Colfiorito und der Nationalpark Monti Sibillini, der an die Region Marken grenzt. Im Süden Umbriens befindet sich die geografische Mitte Italiens. Diese Zentralität spiegelt sich auch im Charakter der Menschen wider. Sie sind herzlich, offen und gastfreundlich und dies spürt der Besucher überall auf Schritt und Tritt. Die größten Städte
Umbriens sind die Regionalhauptstadt Perugia, Terni, Foligno, Città di Castello, Spoleto, Gubbio, Assisi, Bastia Umbra, Orvieto und Narni. Malerisch liegt der Lago di Trasimeno inmitten der Bergwelt. Im Sommer lädt der See zum Baden ein, im Winter kann man nur wenige Kilometer entfernt am 2500 Meter hohen Monte Vettone Ski fahren.
In Umbrien gibt es aber auch heute noch viel Landwirtschaft und Viehzucht. Neben Getreide, Wein, Oliven und Trüffel werden auch vielfältige Obst- und Gemüsesorten sowie Tabak und Sonnenblumen angebaut. Im Mittelpunkt der Viehwirtschaft steht die Schweinezucht. Zwar ist der Tourismus in Umbrien noch nicht so ausgeprägt wie beispielsweise in der Toskana, doch öffnet sich die Region auch immer mehr modernen Einflüssen.

Gourmets und Freunde der italienischen Küche kommen in Umbrien auf jeden Fall auf ihre Kosten. In alerischen Bergstädtchen erwarten Sie die Gaumenfreuden der umbrischen Cucina tipica. Die umbrische Küche geht zurück auf die römische Antike und hat sich durch die Jahrhunderte hindurch ihre Schlichtheit und gleichzeitige Raffinesse bewahrt. Wo auch immer man in Umbrien hinkommt, überall wird man Gastfreundschaft, ein leckeres Gericht und ein gutes Glas Wein finden, die einen Aufenthalt unvergesslich machen.
Von jeder Osteria und jedem Ristorante aus blickt man auf die grünen Hügel Umbriens mit endlosen Wäldern und Wiesen. Von dort kommt das Fleisch für gute Braten. Ob gekocht, gebraten oder gegrillt – immer wird der ursprüngliche Eigengeschmack der Gerichte unterstrichen, aber nicht zugedeckt, durch mediterrane Kräuter. Auch Gemüse wird immer frisch und ohne große geschmackliche Eingriffe zubereitet. Und nicht zu vergessen der berühmte schwarze Trüffel von Norcia und Spoleto: Diese Delikatesse gedeiht in den umbrischen Eichenwäldern und wird von November bis März geerntet. Im Gegensatz zum weißen Trüffel muss er gekocht werden, um seine volle Wirkung zu entfalten

Als Fahrtroute haben wir und eine einsame Strecke ausgesucht, wir wollen über den Passo di Maggiore, Sansepolcro Richtung Assisi fahren. Dabei lassen wir die Autobahn links liegen. Umbrien liegt zwischen der Toskana, Latium, Marken und Abruzzen. Umbrien ist die einzige Provinz in Mittelitalien, die keine Strände und keinen Massentourismus aufweisen kann. Die Region Umbrien ist sehr grün und naturbelassen. Wir durchfahren auf unserer Fahrt nach Assisi unzählige verschwiegene Bergdörfer und erfreuen uns an der blühenden Landschaft.

img 4905Dann haben wir unser heutiges Ziel erreicht, wir stellen unser Wohnmobil auf dem Campingplatz Fontemaggio in der Via Santuaria delle Carceri 24 ab (N 43°03'51'' / E 12°37'57''). Der Platz liegt eingebettet im Grünen des Parks Monte Subasio und ist etwa 1 km von Assisi entfernt. Die Straße führt weiter zur Einsiedelei "Eremo delle carceri". In dieser Jahreszeit ist der Stellplatz noch ziemlich ruhig und leer. Die Übernachtung kostet für zwei Personen und Wohnmobil €17,50, incl. Strom und Entsorgung.
Dank unserer hydraulischen Hubstützen haben wir das Wohnmobil schnell ausgerichtet und wir machen uns nach dieser anstrengenden Fahrt einen schönen Abend. Es ist am frühen Abend doch noch angenehm warm und wir können noch etwas vor dem Wohnmobil sitzen. Trotzdem gehen wir früh zu Bett, am nächsten Tag wollen wir sehr früh nach Assisi aufbrechen.

Der nächste Morgen begrüßt uns mit herrlichem Sonnenschein, es kann also nichts schiefgehen. Vorbei an grünen Wiesen mit unzähligen Olivenbäumen marschieren wir zum Ortseingang von Assisi. Wir gehen durch die Porta Cappuccini und genießen einen wunderbaren Ausblick auf Assisi. Mächtig thront die Rocca Maggiore über der Stadt.

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Wie ein Bild von seltener Schönheit liegt Assisi hingestreckt über die westlichen Abhänge des Monte Subasio. Ihre Silhouette, von jenem unverwechselbaren, ins Ziegelfarbene spielende Rosa ist aus jeder Ecke des Tales wahrzunehmen. Der Ort wurde von den Römern terrassenförmig auf einem Felsrücken an der Westseite des Monte Subasio errichtet. Aus römischer Zeit findet man heute nur noch spärliche Reste von Bauwerken, z.B. die Stadtmauern, das Forum (Marktplatz Piazza del Comune), ein Theater, ein Amphitheater und der Tempel der Minerva (heute Santa Maria sopra Minerva). Durch die mächtigen Stadtmauern wirkt Assisi auch heute noch wie eine mittelalterliche Stadt. Heute leben etwa 25.000 Einwohner in der Stadt, die hauptsächlich vom Fremdenverkehr leben. Es gibt hier komfortable Hotels, viele Geschäfte und Läden mit traditionellem Kunstgewerbe, wie Keramik und Schmiedearbeiten, die zum Kauf animieren. Wir tauchen ein in das nostalgische Flair dieses Ortes mit den unzähligen romantischen Gässchen, sie sind die Seele der Stadt.

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Schon nach kurzer Zeit gelangen wir zum ersten Highlight des Ortes, der Piazza San Rufino mit der Kathedrale San Rufino mit dem imposanten Glockenturm. Diese Kirche ist eine der wichtigsten romanischen Kirchenbauwerke der Gegend. Sie hat große Bedeutung für die franziskanische Geschichte. Die drei Eingänge der Kathedrale sind ziemlich reich verziert, zu Füßen des Hauptportals liegen links und rechts zwei Löwen. Der Linke hat einen Menschen, der Rechte hat einen Widder zwischen den Pranken. Weiter führt uns der Weg Richtung Piazza del Comune (Rathausplatz). Er ist seit Jahrhunderten das Zentrum der Stadt. An der Kopfseite des Platzes steht die Fontana, ein wunderschöner alter Brunnen mit drei Wasserspeienden Löwen, er wurde 1762 aufgestellt. Rund um die Piazza stehen viele historische Gebäude. Sehr imposant der Palazzo del Capitano del Popolo, erbaut 1282. Er ist der Sitz des Capitanos und des Bürgermeisters. Der Palast ist drei Stockwerke hoch und mit einem herrlichen Zinnenkranz versehen. Links ragt der quadratische Stadtturm Torre del Popolo aus dem 13. Jh. in die Höhe. Rechts vom Torre del Popolo steht der römische Tempio di Minerva mit seinen sechs Säulen. Heute befindet sich die Kirche Santa Maria sopra Minerva hinter diesen Mauern.

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Wir machen uns auf den Weg zu einem Ort in Assisi, der diese Stadt Weltberühmt gemacht hat. Tausende von Touristen aus aller Welt statten diesem Ort einen Besuch ab: Die Basilika San Francesco. Schon der Spaziergang zur Basilika über die einzigartige Via San Francesco ist ein Erlebnis, wir passieren die Chiesa di S. Maria degli Episcopi und den Palazzo Giacobetti in dem die Bibliothek untergebracht ist. Am Ende der Gasse wird der Blick frei auf die immergrüne Wiese mit dem Standbild und die Fassade der Oberen Basilika. Sie liegt am westlichen Ende des Ortes, direkt am Hang des Monte Subasio. In diesem Bereich haben in grauer Vorzeit die Hinrichtungen stattgefunden. Die Basilika ist die Grablegungskirche des Heiligen Franziskus von Assisi und gehört seit 1756 zu den sieben ranghöchsten katholischen Gotteshäusern. Mit dem Bau der Basilika wurde 1228 begonnen, einem Tag nach der Heiligsprechung des Franziskus. In den nächsten Stunden besichtigen wir die Obere und Untere Basilika und besuchen auch die Krypta, das Grab des Hl. Franziskus. Überall können wir die wunderschönen Wandbilder und Fresken bewundern. Die wertvollen Fresken in der Ober- und Unterkirche wurden am 26. September 1997 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 5,7 auf der Richterskala stark beschädigt. Zahlreiche Häuser in der Stadt stürzten ein. Noch heute kann man an manchen Häusern die Stützkorsette aus Stahlrohren erkennen.

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Wir verlassen nun die Basilika und spazieren über die Via Frate Elia durch die Porta San Francesco wieder Richtung Piazza del Comune. Hier machen wir eine ausgiebige Rast und setzen uns in der Nähe der Fontana in ein schnuckeliges Café, bestellen etwas zu Trinken und beobachten das quirlige Treiben auf dem Platz. In den nächsten Tagen wird hier wohl ein größeres Fest gefeiert, denn auf dem Platz werden große Bühnen angeliefert und aufgestellt. Unser nächstes Ziel soll der Rocca Maggiore sein. Anne hat aber für heute genug und möchte im Café auf mich warten. So mache ich mich also allein auf den gut ausgeschilderten Weg. Er führt mich durch malerische Gassen steil bergauf und ich muss einige kleinere Pausen einlegen.

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Endlich ist es geschafft, ich gehe an der Burg vorbei bis an den Rand des Freiplatzes, von wo man einen grandiosen Blick auf das Tal von Spoleto und auf die Altstadt von Assisi hat. Diese Landschaft ist herrlich, im Hintergrund erkenne ich die Ausläufer der Monti Martani auf denen sich einige kleine Dörfer abheben. Die heutige Struktur der Burg besteht aus den Resten einer militärischen Anlage. Zum ersten Mal erwähnt wurde sie im Jahre 1365. Es dauerte mehr als ein Jahrhundert, bis die Burg fertiggestellt war. Spuren kriegerischer Aktionen sind noch heute IMG 5031IMG 5020sichtbar, deutlich zu erkennen sind die an den Mauern angebrachten Zinnen und Pechnasen. Lange Zeit wurde die Burg seinem natürlichen Zerfall preisgegeben. Vieles an der Burg ist schwer beschädigt,  neuerdings wurde aber vieles restauriert und in jüngster Zeit wieder der Öffentlichkeit für touristische und kulturelle Zwecke zugänglich gemacht. In den eher nüchternen Räumen finden heute des Öfteren Kunstausstellungen und Veranstaltungen statt. Ich gehe nochmal an den Rand der Burganlage und lasse meinen Blick über die Altstadt gleiten. Diese Aussicht ist einfach grandios: Deutlich erkennt man rechts die monumentale Basilika San Francesco, majestätisch ragt sie über den Colle del Paradiso. Auch die Piazza del Comune mit dem Torre del Popolo ist gut zu erkennen. Links erkennt man auch die Fassade von der Kathedrale San Rufino, unschwer zu erkennen an der graugrünen Kuppel mit dem hohen Glockenturm. Auch die Kuppel der Chiesa Nuova ist zu erkennen.

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Ich steige die Stufen in den engen Gassen zur Piazza del Comune wieder hinab und hole Anne ab, sie hat die ganze Zeit im Café auf mich gewartet. Wir treten den Rückweg zum Stellplatz an und kommen wenig später doch etwas erschöpft am Wohnmobil an. Hier erwartet mich eine böse Überraschung: Ich erkenne einen tellergroßen feuchten Fleck unter dem Mobil. Ich nehme eine kleine Probe und stelle fest, dass es auf keinem Fall Motor- oder Getriebeöl ist. Ich prüfe natürlich sofort alle Flüssigkeiten (Bremsöl, Kühlflüssigkeit, Servolenkung) im Motorraum, alles im grünen Bereich. Also liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Diesel handelt.

Sehenswerter Stopp – Perugia, Die Hauptstadt Umbriens.
Wir meiden die Autobahn und nähern uns über kleine Bergsträßchen am Rande des Chianti der Stadt Perugia und dem Lago Trasimeno. In der bergigen Landschaft liegt auf einem sanften Hügel das mittelalterliche Perugia. Der Hauptplatz von Perugia ist eindeutig der Platz vor dem Dom mit dem mittelalterlichen Brunnen, der »Fontana Maggiore« und dem Palazzo dei Priori. Es würde diesen Bericht sprengen, alle Sehenswürdigkeiten der quirligen Universitätsstadt aufzuzeigen. Beim Bummel durch die Stadt mit ihren verwinkelten Gassen, schmalen Treppen, Brunnen und Rundbögen, mit einem wunderbarem Blick über die Bergkette der Appenninen, den Lago di Trasimeno und das fruchtbare Tal des Tiber erkennt man schnell die außergewöhnliche Schönheit und Attraktivität der umbrischen Hauptstadt. Der Besuch im Palazzo dei Priori gehört selbstverständlich zu einem Aufenthalt in Perugia. Der prächtige Saal, allgemein zugänglich, ist wirklich sehenswert. Unten im Eingang findet der Besucher die beiden Wahrzeichen der Stadt, die bronzenen Wappentiere von Perugia. Ein Greif und ein Löwe sind es, die den Eingang zum Palast bewachen.

Geschichtsträchtiges Gewässer – Der Lago Trasimeno.
Der Trasimenische See, auch Umbriens Meer genannt, ist der viertgrößte See Italiens. Der See wird nur von kleinen, im Sommer häufig trockenen Wasserläufen, gespeist und hat keinen natürlichen Abfluss. Die verhältnismäßig dünn besiedelte Uferregion hat zum Teil verschilfte Uferlandschaften. Wie wir erfahren, hat es in der Geschichte mehrere Versuche gegeben, den stark schwankenden Wasserstand in den Griff zu bekommen. Geschichtliche Bedeutung erlangte der See im Jahre 217 vor Christus durch die Schlacht am Trasimenischen See. Hier schlug Hannibal bei Sanguineto im Zweiten Punischen Krieg die römische Armee unter Gaius Flaminius vernichtend. Nach der anregenden Stadttour durch Perugia gönnen wir uns etwas Entspannung und buchen eine Bootstour auf dem Lago Trasimeno zur Isola Maggiore. Dort gibt es einen verschlafenen Fischerort, ein romantisches Schloss und eine kleine Kirche auf dem höchsten Punkt der Insel, von wo aus sich uns ein traumhafter Ausblick bietet.

Naturliebhaber kommen in Umbrien voll auf ihre Kosten, bietet die Region doch auf einer relativ kleinen Fläche von 8.456 Quadratkilometern zahlreiche wunderschöne Landschaften und unberührte Gebiete. Ausgedehnte Steineichenwälder, sanfte, mit silbrig flimmernden Erlen und Pappeln bestandene Hügel, sprudelnde Wildbäche und eine prächtige Vegetation voller Farben und Düfte faszinieren immer wieder aufs Neue. Besonders im Frühling zur Blütezeit bietet sich hier ein einmaliges Spiel der Farben. Atemberaubende Naturschönheiten wie die bezaubernden Täler der Apenninen, die wild anmutenden Bergkulissen am Flusslauf des Nera und die tosenden Wasserfälle bei Terni bilden nur einen Teil der eindrucksvollen Naturschönheiten, die Umbrien so zahlreich zu bieten hat. Acht Naturparks, zu denen die Monti Sibillini wie auch der Trasimenische See gehören, spiegeln den hohen Stellenwert des Umweltschutzes in Umbrien wider. Zwar hat Umbrien als einzige Region der italienischen Halbinsel keinen Zugang zum Meer, verfügt aber mit dem Trasimenischen See über das viertgrößte Binnengewässer Italiens. Die Fauna Umbriens ist trotz des ausgeprägten Jagdfiebers der ltaliener recht artenreich. Von den Säugetieren sei zunächst das in den Eichenwäldern lebende Wildschwein, die Stachelschweine und auch der noch vorkommende Apenninwolf genannt. Falke, Adler, Steinhuhn, sowie Rohrdommel und Graureiher decken die Vogel-Fauna in Umbrien ab.

Nach diesen tollen Eindrücken geht unser Urlaub dem Ende zu. Daheim ist das Wohnmobil direkt in die Werkstatt verbracht worden. Fazit: Benzintank durchgerostet. Bei der Reparatur wurde ferner festgestellt, dass die Ölwanne derart durchgerostet war und jeden Moment in sich zusammenfallen kann. Auch der Kühler war so marode, dass ein Tausch unumgänglich war. Das alles nach einer Laufzeit von 5 Jahren und 100.000 km. Der Spaß hat zusammen € 2.500,- gekostet.

Trotzdem war es ein toller Urlaub! Wie sagt doch der Kölner: Et kütt, wie et kütt, et hätt noch immer jot jejange.