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Etappe 1: Von Bonn nach Bad Münstereifel

Tageskilimeter: 71 km
Schwierigkeitsgrad: hoch

IMG 8524-2111. Tag: Endlich geht die Reise los. Früh am Morgen fahren wir das Wohnmobil nach Bad Münstereifel und parken auf dem dortigen Stellplatz am Schwimmbad. Mit dem PKW fahren wir zurück nach Troisdorf.
Die Satteltaschen sind mit den nötigsten Utensilien gepackt und die Jakobsmuschel hat auf unseren Packtaschen ihren Platz gefunden. Sie ist das Zeichen dafür, dass wir uns auf einer Pilgerreise befinden.
Gegen 10.00 Uhr starten wir bei herrlichem Wetter zum Ausgangspunkt am Bonner Münster. Den Jakobsstempel haben wir uns im Münsterladen bereits am Samstag geholt, da Sonntag geschlossen ist.
Nach dem wir noch eine Kerze in der Münsterkirche angezündet haben, beginnt gegen 11.30 Uhr unsere Pilgerreise nach Schengen.
Direkt ab Kirche haben wir bereits Schwierigkeiten, mit den Rädern den Einstieg zum Jakobsweg zu finden. Wir nehmen dann die Unterführung (rechts vom Bahnhof) um hinter die Bahnhofsgleise zu gelangen. Dank unserer Fahrradnavigation kommen wir dann aber zügig bis zu unserem ersten Halt, der Jakobskirche in Gielsdorf, voran. Hier bekommen wir auch einen Jakobsstempel (liegt im Eingang aus). Ein sehr netter Herr hat uns die tollen Wandmalereien und sonstigen Sehenswürdigkeiten der Kirche erklärt. An dieser Stelle nochmals recht herzlichen Dank!

Mittlerweile ist es schon sehr heiß. Weiter geht es durch den Kottenforst in Richtung Buschhoven und nach Rheinbach. Die Fußwege lassen sich bis jetzt noch gut mit dem Fahrrad fahren. Einige unangenehme Steigungen haben wir aber schon hinter uns gebracht. Gut das wir nicht wissen, was heute noch alles auf uns zu kommt.Zwischen Rheinbach und Bad Münstereifel wurden die Wege z.T. sehr heftig. Extreme Steigungen, mit Baumwurzeln und Geröll auf den Wegen, waren zu überbrücken. Fahrradfahren war z.T. nicht mehr möglich. Wir mussten unsere Pedelecs schieben (ca. 30 kg). In Schweiß gebadet neigten sich auch noch unsere Wasservorräte dem Ende zu und eine Wasserquelle weit und breit nicht in Sicht. Zu guter Letzt war bei Udo auch noch der Akku leer, ca. 15 km vor unserem Ziel. Zwischenzeitlich war Anne schon an dem Punkt angekommen, aufzugeben. Vollkommen fertig kommen wir gegen 20 Uhr in Bad Münstereifel an. Für die nächste Etappe versetzen wir noch das Wohnmobil von Bad Münstereifel nach Blankenheim.

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Etappe 2: Von Bad Münstereifel nach Blankenheim

Tageskilimeter: 50 km
Schwierigkeitsgrad: mittel

IMG 8574-2112. Tag: Bei weiterhin schönem Wetter starten wir gegen 10 Uhr auf dem schnellsten Weg zurück nach Bad Münstereifel, um wieder in die Pilgerroute einzusteigen. Nach Ankunft holen wir uns im Pfarramt Bad Münstereifel unseren Pilgerstempel (Öffnungszeiten beachten). Der heilige Jakobus ist hier in der Stiftskirche auf einer Chormantelborte abgebildet.
Gegen 12 Uhr starten wir in Richtung Blankenheim. Schon nach kurzer Zeit beginnt der Anstieg in die Kalkeifel. Der Weg führt uns über Bergrücken, Wiesentäler und kleine verschlafene Orte.
Nach unserem Empfinden ist der Pilgerweg bis jetzt schon recht anspruchsvoll und hat uns trotz Pedelec auf Grund der Höhenunterschiede schon an unsere Grenzen gebracht. An der Ahekapelle im Genfbachtal machen wir erschöpft unsere heutige Rast. Das Genfbachtal ist eines der schönsten Täler in der Eifel. Hier begegnen wir dem ersten Fußpilger, der einsam seinen Weg geht. Gegen 16 Uhr kommen wir in Blankenheim an. Die steinerne Burganlage auf dem Bergrücken dominiert das geschützt im Tal liegende Fachwerkstädtchen. Heute dient die Burg als Jugendherberge. Im Pfarramt hinter der Kirche Mariä Himmelfahrt holen wir uns den heutigen Pilgerstempel. Wir schauen uns noch die Jakobusfigur im Innern der Kirche an und steigen dann die Treppe zur Ahrquelle hinunter. Unter einem alten Haus aus dem Jahre 1726 entspringt die Ahr und durchfließt den Ort durch einen gemauerten Kanal. Aus der Quelle strömen pro Minute ca. 720 Liter Wasser. Das Wasser der Ahr enthält viele stickstoffhaltige Verbindungen wie Ammonium und Nitrat. Die Ahr windet sich etwa 89 Kilometer durch die Landschaft, bevor sie in Sinzig in den Rhein mündet. Erschöpft, aber glücklich erreichen wir unser Wohnmobil und verbringen eine ruhige Nacht auf dem Stellplatz hinter der Weiherhalle. Dieser ruhige Platz kostet 5,- €/24 Std. und hat kostenpflichtige Stromanschlüsse, die wir zum Laden unserer Pedelec-Batterien auch unbedingt brauchen.
Mittlerweile hat das Wetter umgeschlagen, es gibt teilweise kurze, recht heftige Regengüsse.
Da der Pilgerwanderweg sich nach unserer Meinung bei diesem Wetter für normale Fahrräder nur eingeschränkt eignet, beschließen wir die nächsten Etappen auf Radwegen zurück zu legen.

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Etappe 3: Von Blankenheim nach Prüm

Tageskilimeter: 48 km
Schwierigkeitsgrad: mittel

IMG 8597-2113. Tag: Unsere heutige Tour starten wir bei Nieselregen und 10°C. Der Weg führt uns durch die Kalkeifel über Höhenrücken und durch tief eingeschnittene Täler, mit extremen Steigungen bis zu 18%. Wenn das so weiter geht, werden unsere Batterien nicht durchhalten. Auf den Höhen singt die Temperatur bei eisigem Wind auf 5°C. Die Landschaft wird zunehmend einsamer. Durch ruhige Dörfer und vorbei an Wiesen und Weiden erreichen wir das romantische Kronenburg, das „Juwel des Oberen Kylltales“. Der Ort liegt auf einem Bergvorsprung über der Kyll auf 660m Höhe. Nach einer kurzen Rast brechen wir Richtung Prüm auf. Zu Beginn der Tour kommen wir in Kronenburgerhütte an der Wallfahrtskapelle St Brigida vorbei. Leider ist sie verschlossen, auch einen Pilgerstempel bekommen wir hier nicht.
Die Ortsgründung von Kronenburgerhütte geht, wie der Name schon sagt, auf ein ehemaliges Eisenhüttenwerk im Kylltal zurück. Südlich des Ortes beginnt jenseits der Grenze zu Rheinland-Pfalz schon das Bistum Trier. In Ormont befindet sich mitten im Ort, von alten Linden umgeben, die Pfarrkirche Sankt Margaretha. Auch diese Kirche ist leider verschlossen. Bevor wir weiter radeln, machen wir auf einer Bank neben der Kirche unsere letzte Rast für heute. Diese Etappe bis Prüm führt über weite Teile entlang des Höhenrückens der Schne(e)ifel. Sie erreicht kurz vor dem schwarzen Mann mit 675m ü.NN die größte Höhe unserer Pilgerstrecke. Der Höhenrücken wirkt wie eine Barriere für die mit Feuchtigkeit beladenen Westwinde, die für viel Regen und im Winter vor allem für Schnee sorgt.
Wir haben schon die Reservebatterien in unsere Fahrräder eingesetzt und hoffen inständig, dass sie bis Prüm durchhalten. Irgendwie hatten wir uns die Pilgerreise mit dem Fahrrad leichter vorgestellt, die Routen durch die Eifel haben es schon in sich.
Endlich in Prüm angekommen, beginnt es doch noch an zu regnen, es ist allerdings nur ein kurzer heftiger Schauer. An der Basilika St. Salvador mache ich noch einige Fotos, bevor wir in einem Café Rast machen. Ich bestelle ein Taxi, welches mich nach Blankenheim zum Wohnmobil zurück bringt, während Anne auf die Räder aufpasst (Taxi 60,-€). Mit dem Wohnmobil hole ich Anne in Prüm ab und wir versetzen das Wohnmobil nach Waxweiler auf den dortigen, sehr ruhigen Stellplatz am alten Bahnhof (5,- €/Nacht und 2,- € Strom).

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Etappe 4: Von Prüm nach Waxweiler

Tageskilimeter: 25 km
Schwierigkeitsgrad: mittel

IMG 8594-3154. Tag: Nach einer ruhigen Nacht müssen wir bei Nieselregen mit dem Rädern zurück nach Prüm, um dort wieder in die Route einzusteigen. In der Basilika St. Salvador zünden wir zwei Kerzen an und holen uns den Pilgerstempel. Auf dem Platz vor der Basilika befindet sich eine schöne Statur des heiligen Jakobus. Nach einigen Fotos geht es zur Prümer Kalkmulde, der südlichsten von insgesamt acht Eifeler Kalkmulden. Weiter führt der Weg durch die landschaftlich reizvolle „Schönecker Schweiz“ mit ihren von bizarren Kalksteinfelsen geprägten Hängen des Kupfer- und Schalkenbachtals. In Niederhersdorf besuchen wir die St. Jakobuskirche. In einer Wandnische steht die im 18 Jh. geschaffene Jakobusfigur und in einem Kirchenfenster wird das dörfliche Ensemble dargestellt. Leider bekommen wir hier keinen Pilgerstempel. Die Route für uns dann nach Schönecken, mit seiner hoch über dem Tal aufragenden Burgruine. Das Wetter ist weiterhin diesig und die Lichtverhältnisse sind zum fotografieren nicht geeignet. Gegen Nachmittag kommen wir am Wohnmobil wieder an. Waxweiler, das Tor zum romantischen Prümtal, liegt im Deutsch-Luxemburgischen Naturpark.

Etappe 5: Von Waxweiler nach Bollendorf

Tageskilimeter: 46 km
Schwierigkeitsgrad: mittel

IMG 0848-2115. Tag: Bevor wir weiterfahren, holen wir uns im Haus des Gastes in Waxweiler den Pilgerstempel. Dort muss man auch die Stellplatzgebühren bezahlen. Es ist heute weiterhin feucht und kalt, eigentlich bräuchte man schon Handschuhe. Hinter Waxweiler liegt eine lange, extreme Steigung von ca. 3 km vor uns. Danach verläuft die Strecke auf einer Höhe von 500m und lässt vielfach weite Blicke über die offene, sanft wellige Hochfläche des Islek zu. An kleinen Bauernhöfen vorbei geht es hinab ins tief in die Hochfläche eingeschnittene Enztal nach Neuerburg an der Enz. Hoch über dem Fluss auf einem Bergsporn thront das Wahrzeichen des Ortes, die Burg Neuerburg.
Unterhalb der Burg befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus aus dem Jahr 1492. Leider ist sie verschlossen. Den Pilgerstempel erhalten wir in einem kleinen Zeitungsladen im Ort. Die nette Dame warnt uns davor, den Pilgerwanderweg mit dem Fahrrad zu fahren, da nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Tagen der Weg sehr rutschig und mit vielen Pfützen versehen ist. Daher entschließen wir uns, den Enztal-Radweg in Richtung Mettendorf zu fahren.
An der Pfarrkirche St. Margareta in Mettendorf stellen wir die Räder ab und besichtigen die Kirche. Besonders der steinerne Hauptaltar ist von besonderem Interesse. Unter dem Altarbild stehen in von Säulen flankierten Nischen vier Heilige, von links nach rechts: Matthias, Jakobus als Pilger mit Pilgerstab, Kalebasse und Muschel am Hut, Bartholomäus und Judas Thaddäus. Am Eingang der Kirche finden wir auch den Pilgerstempel.
Von Mettendorf aus verläuft der Weg zunächst weiter im Tal der Enz und führt dann hinauf auf die sanft wellige Ackerbaulandschaft des Gutlandes. Sie ist die Kornkammer der Südeifel. Nach kurzer Zeit erreichen wir das Massiv des Ferschweiler Plateaus, hier entdeckt man die besondere Schönheit der deutsch-luxemburgischen Grenzregion.
Vorbei an Felsformationen und schönen Buchenwäldern radeln wir hinab nach Bollendorf an der Sauer, mit der gleichnamigen Burg und der römischen „Villa rustica“.
Auf dem Campingplatz Sauer stellen wir unsere Räder ab und fahren mit dem Taxi zurück nach Waxweiler (65,- €). Das Wohnmobil versetzen wir nun nach Bollendorf auf den Campingplatz (12,- €). Nach einem guten Grillessen fallen wir erschöpft in unsere Betten.

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Etappe 6: Von Bollendorf nach Wintersdorf

Tageskilimeter: 36 km
Schwierigkeitsgrad: leicht

IMG 8629-2116. Tag: Bevor es heute weiter geht, versetzen wir das Wohnmobil auf den Campingplatz Officiel nach Echternach (Luxemburg)(19,60 €/Nacht). Mit dem Rad geht es unverzüglich zurück nach Bollendorf, wo wir uns bei der Tourist-Information an der Alfred-Töpfer-Brücke den Pilgerstempel holen. Nach einem kurzen Abstecher zur Pfarrkirche St. Michael radeln wir bei schönem, etwas kühlen Wetter entspannt an der Sauer in Richtung Wintersdorf. Die Sauer entspringt in Belgien in den Ardennen und ist mit 173 km der längste Fluss Luxemburgs. Die Sauer bildet mit der Our, die oberhalb von Wallendorf in die Sauer mündet, die Staatgrenze zwischen Deutschland und Luxemburg. Sie trennt das Ferschweiler Plateau von der Echternacher Schweiz. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir Echternach, die älteste Stadt Luxemburgs. Wir fahren hoch zur Kirche St. Peter und Paul, aber sie ist verschlossen. An der Tourist-Information neben der Basilika St. Willibrord holen wir uns den Pilgerstempel von Echternach.
Im Ortskern ist wegen dem schönen Wetter allerhand los, die Straßencafés sind gut besetzt. Auch wir gönnen uns eine Pause und bestellen Kaffee und Apfelkuchen.
Da es schon spät ist, fahren wir ohne Umwege nach Wintersdorf. Hier erwartet uns ein herrlicher Jakobsbrunnen mit Jakobusfigur. Die oberhalb liegende Kirche ist geöffnet und wir können noch den heiligen Jakobus im Westchor bewundern.
Hier beenden wir unsere heutige Etappe und fahren zurück zum Campingplatz in Echternach.

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Etappe 7: Von Wintersdorf nach Trier

Tageskilimeter: 30 km
Schwierigkeitsgrad: leicht

IMG 8632-3157. Tag: Unaufhaltsam kommen wir unserem Ziel näher, noch heute wollen wir Trier erreichen. Das Wetter ist an diesem Morgen diesig, bei 12°C. Wir bringen unser Wohnmobil nach Welschbillig und parken es neben der Pfarrkirche St. Petrus. Die Kirche bekam wegen ihrer erhabenen Lage über dem Tal der Kyll und ihrer proportionierten Großzügigkeit den Ehrentitel "Eifeldom" verliehen. Der Pilgerstempel ist hier hinter dem Haupteingang ausgelegt.
Wir fahren mit den Rädern zurück Richtung Wintersdorf um in die Pilgerroute einzusteigen.
Schon nach kurzer Zeit erreichen wir Hohensonne. Hier steht direkt neben der B51 eine kleine Kapelle. Sie ist verschlossen, aber wir bekommen bei der Fam. Feltes, Kapellenstr. 3, direkt neben der Kapelle den Schlüssel und können die wunderschöne Jakobusstatue bewundern. Leider gibt es hier keinen Pilgerstempel.
Langsam machen sich die Strapazen der vergangenen Tage bei uns bemerkbar. Wir sind nicht mehr so frisch auf den Rädern wie zu Anfang der Tour. Aber wir sind uns einig – wir werden Perl/Schengen erreichen.
Unser Weg führt uns über sanfte Bergkuppen und kleine Täler weiter Richtung Trier. Zum Schluss unserer Etappe lassen wir uns eine mehrere Kilometer lange Abfahrt nach Trier-Biewer hinuntergleiten, eine Wohltat nach all den vielen Anstiegen der letzten Tage. Der Stadtteil Trier-Biewer liegt an der Mündung des Biewer- bzw. des Aachebachs in die Mosel und wird durch steile Moselhänge und die linksseitige Moselbahnstrecke begrenzt. Im Ortskern kommen wir am 1832 errichteten Jakobsbrunnen vorbei. Hier haben die Einwohner von Biewer seit mehr als 150 Jahren ihre Eimer, Kannen und Krüge gefüllt. Aber auch Tausende von Pilgern und Wanderern haben sich hier mit köstlichem Nass gelabt.
Nun ist es nicht mehr weit zur ältesten Stadt und ältesten Bistumssitz Deutschlands. Wir fahren direkt zum Hauptbahnhof von Trier und erkundigen uns nach Busverbindungen in Richtung Welschbillig. Wir haben Glück und können mit unseren Rädern zurück zum Wohnmobil fahren (8,- €). Hier verstauen wir die Räder im Wohnmobil und fahren nach Perl/Schengen auf den dortigen Stellplatz. Von hier aus wollen wir die letzte Etappe bewältigen.

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Etappe 8: Von Trier nach Schengen in Luxemburg

Tageskilimeter: 60 km
Schwierigkeitsgrad: leicht bis mittel

IMG 8697-2108. Tag: Heute wollen wir den Rest der Pilgerstrecke in einem Rutsch bis Perl/Schengen bewältigen. Unser Wohnmobil steht schon in Perl und wir können mit unseren Fahrrädern den Zug von Perl nach Trier benutzen (18,-€). Bei wunderschönem Wetter starten wir gegen Mittag die Pilgertour durch Trier. Trier ist die älteste Stadt und ältester Bistumssitz Deutschlands und wurde 16 v.Chr. von den Römern gegründet. Nirgendwo sonst nördlich der Alpen haben sich so große Monumente römischer Baukunst erhalten wie in Trier. Die Jakobspilger besuchten auf ihrem weiten Weg gerne diese Stadt, wo sie im schon 1186 bezeugten Jakobsspital Unterkunft fanden. Wie stellen unsere Räder am Dom ab und holen uns in der Tourist-Information gegenüber den Pilgerstempel.
Im Dom wird gerade eine Messe gelesen und das Eingangsportal ist für Touristen geschlossen. Wir besuchen daher zuerst die direkt neben dem Dom stehende Liebfrauenkirche. Die hochgotische Basilika ist ein architektonisches Juwel, im Stil der französischen Hochgotik erbaut. Die Kirche ist auf den alten Fundamenten der antiken Doppelkirchenanlage errichtet und ist eines der frühesten Bauwerke der Gotik auf deutschem Boden. Auf den 12 Stützen, die das Gewölbe tragen, sind auf Gemälden die Apostel wiedergegeben, einer davon ist Jakobus.
Im Dom ist die Messe zu Ende und wir dürfen nun die Kirche betreten. Die Weiträumigkeit und die Helligkeit verleihen dem Dominneren majestätische Würde. Der größte Schatz des Domes ist hinter dem Hochaltar in der Heiltumskammer aufbewahrt: Das Gewand Christi. Der Überlieferung zufolge soll die hl. Helena den Leibrock nach Trier gebracht und der Domkirche geschenkt haben. Die Echtheit des Heiligen Rockes ist aber umstritten, durch mitunter ungünstige Aufbewahrungsbedingungen konnte das Alter und die Herkunft nicht genau bestimmt werden. Eigentlich wollte ich noch die lebensgroße Jakobsfigur im Kreuzgang fotografieren, leider waren weite Teile des Kreuzganges wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt und mit großen Planen verhängt.

IMG 8659-315IMG 8689-315Unser nächstes Ziel ist die Steipe am Hauptmarkt, hier sind an der Fassade die vier Stadtpatrone Paulus, Petrus, Helena und Jakobus zu sehen. Jakobus weist mit einer kleinen Wendung in Richtung Jakobsspital.
Die Zeit wird langsam knapp, wenn wir heute noch bis Perl/Schengen fahren wollen. Aber die barocke Jakobusfigur mit wehendem Umhang in St. Irminen wollen wir uns nicht entgehen lassen. Auch die Jakobsfigur der Vereinigten Hospitien am Krahnenufer ist besonders sehenswert (siehe Bild am Berichtsanfang).

Nach diesen vielen Eindrücken schwingen wir uns auf die Räder und fahren entspannt am Moselufer entlang Richtung Merzkirchen. In Konz machen wir allerdings einen großen Fehler, wir hätten hier über die Moselbrücke die Uferseite wechseln müssen, stattdessen folgen wir der hier einmündenden Saar. Wir bemerken den Fehler erst recht spät und folgen der Saar daher weiter bis Saarburg. Durch dieses Missgeschick müssen wir nun wieder einige heftige Hügel bergauf radeln.

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Oben angekommen, radeln wir weiter an Streuobstwiesen vorbei durch die fruchtbare Hochfläche nach Merzkirchen. Der Kirchturm von der Pfarrkirche St. Martin in Merzkirchen ist inmitten der fruchtbaren, aus Muschelkalkböden gebildeten Hochfläche schon von weitem zu sehen. Der kleine Ort liegt an der Römerstraße Trier-Metz. Hier gibt es leider keinen Pilgerstempel.

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IMG 8711-315IMG 8712-315Weiter führt der Weg über den Höhenrücken des Saargaus. Auf der Fahrt nach Perl liegt etwas abseits der Strecke der Ortsteil Kesslingen mit der katholischen Kapelle St. Jakobus. Diese Kapelle hat einen wunderbaren Barockaltar, in dessen Mittelnische Jakobus als Pilger in Sandalen mit Stab und muschelbesetztem Umhang dargestellt ist.
Am Etappenziel Perl erwartet uns an der Pfarrkirche St. Gervasius und Protasius ein in einer Nische eingesetzter Jakobus aus rotem Sandstein. Er wurde im Jahr 2000 in die freie Nische als Zeichen der hier verlaufenden Wanderstrecke angebracht. Er verabschiedet hier die Pilger, die Deutschland verlassen und weiter durch Luxemburg und Frankreich nach Santiago de Compostela ziehen. Der Pilgerstempel ist hier ausgelegt und wir holen uns den letzten Stempel dieser Pilgerfahrt.

IMG 8718-315IMG 8719-315Fazit:
Es war für uns eine wunderbare Erfahrung. Neben dem Erlebnis von Kultur und Natur ist unsere Entscheidung, den Jakobsweg mit dem Rad zu pilgern, auch eine spirituelle Inspiration. Das es mitunter recht mühsam würde IMG 8719-230war uns vor der Reise nicht ganz klar, wir dachten es wäre mit Pedelecs auch für Ungeübte einfacher. Aber weite Strecken der Pilgerroute sind für Tourenräder einfach nicht ideal, da schmale, feuchte und verwurzelte Waldwege oder geschotterte Wirtschaftswege das Fahren erschweren. Hier würden wir schon Mountainbikes empfehlen. Wir sind schon etwas stolz, das Ziel in acht Tagen ohne Panne (gefahrene km: 400) erreicht zu haben.
Nächstes Jahr werden wir den Pilgerweg durch Frankreich in Angriff nehmen. Mit der Planung haben wir schon begonnen. Durch das ständige Versetzen des Wohnmobils geht schon recht viel Zeit verloren und viele Etappen müssen wir mit dem Rad doppelt fahren, wenn keine Bus- oder Bahnverbindung vorhanden ist. Wir planen, erst die Route Perl/Schengen-Vézelay und dann die Route Via Lemovicensis über Bourges, Périgueux nach St. Jean Pied-de-Port zu nehmen.

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