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Jakobsweg Landkarte 850
Copyright: D.L.: C 117-2016 - www.ideasperegrinas.es - Illustrator: Guitián Diseñado e impreso en Galicia

Seit Hape Kerkelings Besteller "Ich bin dann mal weg" dachte ich immer mal wieder darüber nach, diese Strecke auch zu gehen. Da ich nicht so gerne laufe, habe ich mich entschlossen, den Pilgerweg mit dem Fahrrad zu bewältigen.
Da ich unter einer Hausstaub- und Milbenallergie leide, kommen Jugendherbergen und Pensionen zum Übernachten nicht in Frage. Daher wird mich Udo mit dem Wohnmobil, begleiten, somit habe ich das Problem mit den Übernachtungen ausgeschlossen.

Im Vorfeld war eine gründliche Planung erforderlich, die Tagesetappen sollten möglichst zwischen 60 und 80 km betragen, damit auch noch genügend Zeit ist, die Sehenswürdigkeiten an der Strecke zu besuchen und für die Nacht einen geeigneten Stellplatz für das Wohnmobil zu finden.

Die Pilgerausweise und die Jakobsmuscheln wurden uns mit weiterem Infomaterial bereits von der Jakobs-Bruderschaft Köln zugeschickt. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!

In Pamplona haben wir die erste Nacht auf dem Stellplatz in der Calle Biurdana verbracht (N42°49‘16‘‘ W1°39‘24‘‘)



Etappe 1: Von Pamplona nach Estelle (45Km)

Pamplona (3)Der Weg aus Pamplona hinaus auf den Jakobsweg war schon die erste Herausforderung. Ich habe mich einige Male verfahren bis ich endlich den Einstieg gefunden habe. Auf dieser ersten Etappe gab es bereits schwierige Passagen zu bewältigen. Der Pilgerpfad war an einigen Stellen mit faustgroßen Steinen und halb zerbrochenen Pflastersteinen übersät. Außerdem waren einige enge und steile Abschnitte zu bewältigen, ich musste also mein Fahrrad des öfteren schieben. Unterwegs kam ich mit einer Fußpilgerin aus Wales bei einigen Wiener Würstchen ins Gespräch. Es ist erstaunlich wie viele Pilger auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Meine Route ging heute quer durch die Navarra über Campanas, Puente la Reina und Lorca zum Stellplatz in Estella (N42°39‘15‘‘ W2°2‘42‘‘).

Nach Estelle (7)

Nach Estelle (4)Nach Estelle (2)


Etappe 02:  Estella nach Logroño (48km)

Nach Estelle (21)Vom Stellplatz zum ersten Highlight des Tages sind es nur etwa 500 m. Ich mache den ersten Halt an der Bodega Irache. Hier werden jeden Tag 70 Liter Rotwein kostenlos an die Pilger abgegeben. An der Zapfstelle kann man sich den Wein selber abfüllen. Man muss aber früh hier sein, mittags ist die Weinspende schon wieder verbraucht.
Weiter bei angenehmen Temperaturen geht es der Landstraße nach, über Los Arcos, Sansol und Viana nach Logroño. Ich genieße die Einsamkeit in der herrlichen Landschaft. Hier erwartet mich Udo auf einem riesigen, schattigen Parkplatz an einem Sportzentrum. Es wird eine ruhige Nacht (N42°28‘29‘‘ W2°27‘14‘‘).

Logrono (2)

Puente de la Reina (3)Logrono (6)

 
Etappe 03:  Logroño nach Belorado (57km)

Meine heutige Tour führt mich über die gut ausgebaute N120 über Navarrete und Nájera. Leider hat der LKW-Verkehr extrem zugenommen. Auch der Wind hat kräftig aufgefrischt, ich werde auf dem Fahrrad kräftig durchgeschüttelt. In Belorado wartet Udo auf mich und wir sind den Rest mit dem Wohnmobil nach Burgos auf den Stellplatz gefahren (N42°21‘0‘‘ W3°40‘50‘‘).  
Am folgenden Tag haben wir uns ausreichend Zeit für einen Stadtbummel genommen. Auf dem Weg in die Innenstadt hat uns ein Spanier angesprochen und uns auf dem Weg zur Kathedrale sämtliche Sehenswürdigkeiten erklärt. Leider haben wir nicht viel verstanden, unser Begleiter hat trotzdem unaufhörlich weitererzählt.
Als absolutes Highlight ist natürlich die Kathedrale zu nennen. Diese Sehenswürdigkeit ist ein absolutes Muss.
Zur Nachtruhe sind wir nach Cartuja de Miraflores gefahren. Hier steht ein altes Karthäuserkloster, welches ein beliebtes Ausflugsziel ist. (N42°20‘17‘‘ W3°39‘31‘‘)

Najera (1)

Santo Domingo de la Calzada (1)Santo Domingo de la Calzada (5)

Santo Domingo de la Calzada (6)Santo Domingo de la Calzada (20) 2

Burgos (24)

Burgos (38.1)

Da ich vorgestern von Udo mit dem Wohnmobil in Belorado abgeholt worden bin, wollte ich fehlenden Kilometer wieder reinholen. Ich startete diese Etappe also rückwärts von Burgos nach Belorado. Diese Tour verlief anfangs recht normal: Einige heftige Anstiege bis auf 1100 Meter habe ich noch problemlos gemeistert, dann allerdings frischte der Wind derart auf, dass es mich einige Male fast von Fahrrad geweht hätte. Udo hatte mich vorher gewarnt, ich solle kein Risiko eingehen, also kehrt Marsch und wieder zum Wohnmobil geradelt.  


Etappe 04:  Burgos nach Castrojeriz (49km)

Heute geht die Tour über den Fußpilgerweg von Burgos durch die schroffe Kastilische Mesetas nach Castrojeriz. Das Wetter ist heute nicht so gut, gefühlte 0°C. Ich hatte eiskalte Hände, leider habe ich meine Handschuhe nicht mitgenommen. Die heutige Nacht werden wir auf dem am Pilgerpfad gelegenen Campingplatz in Castrojeriz verbringen (N42°17‘27‘‘ W4°7‘53‘‘).

Auf dem Weg nach Castrogeriz (6)Auf dem Weg nach Castrogeriz (8)

Auf dem Weg nach Castrogeriz (12)Auf dem Weg nach Castrogeriz (11)


Etappe 05:  Castrojeriz über Frómista nach Carrión de los Condes (48km)

Heute geht es nach Carrión de los Condes. Die Tour führt mich komplett auf dem Fußpilgerweg. Während der ganzen Etappe begleiten mich heftige Böen bis 70 km/Std. Man ist dem Wind schutzlos ausgeliefert. Komisch, warum habe ich immer nur Gegenwind? Gegen Mittag kommt endlich die Sonne durch und es wird sofort angenehm warm.

Auf dem Weg nach Carrion de los Condes (6)

Auf dem Weg nach Fromista (4)Carrion de los Condes (5)

Carrion de los Condes (15)Carrion de los Condes (19)

Carrion de los Condes (4)


Etappe 06:  Carrión de los Condes über Sahagún nach León (96km)

Ich reihe mich in den Strom von Fußpilgern und Radfahrern ein, passiere die mächtige Steinbrücke über den Fluß Carrión und biege auf den Pilgerweg ab. Bis Calzadilla de la Cueza bewege ich mich auf einem Teil der Via Traiana, eine alte römische Heerstraße. Bis Sahagún verlief die Fahrt ohne Probleme. Udo hat mich hier erwartet, da wir einen Stadtbummel machen wollten. Mittlerweile hat die Sonne die Wolken verscheucht, es wird ein schöner Tag und die Laune steigt stetig.  Auf der Weiterfahrt nach León passiert mir dann leider ein Missgeschick, ich bin hinter Calzada del Coto von der leichteren Variante, parallel zur Landstraße abgekommen und ins Hinterland, wieder auf die Via Traiana, abgebogen. Das dies ein fataler Fehler war, sollte sich bald zeigen. Diese Strecke ist eigentlich für Radfahrer nicht besonders geeignet, enge steinige Passagen und Anstiege sind zu bewältigen. Wer hier nicht genügend Wasser bei sich hat, muss viel erleiden. Vor allem wenn die Sonne hoch am Himmel steht. In Reliegos bin ich dann endlich wieder auf die eigentliche Pilgerroute gestoßen. Hier hat mich Udo dann in Empfang genommen, da die restliche Fahrt über eine viel befahrene Straße nach León führt. Wir übernachten auf dem kostenlosen Parking la Granja (N42°36‘1‘‘ W5°33‘19‘‘)

Leon (26)Leon (3)

Leon (13)


Etappe 07:  León nach Astorga (54km)

Eigentlich war heute ein Ruhetag geplant, hat die letzte Etappe doch etwas an meinen Kräften genagt. Wir Frühstücken also gemütlich und spazieren in die Altstadt. An der Eingangspforte der imposanten Kathedrale besorge ich mir den Pilgerstempel und zwei Eintrittskarten für eine Besichtigung. Anschließend bummeln wir noch etwas durch die Gassen von León.
Am Wohnmobil angekommen verspüre ich plötzlich große Lust, die Pilgerreise fortzusetzen. Irgendetwas zieht mich weiter. Also kurzerhand aufs Fahrrad geschwungen und die Strecke nach Astorga unter die Räder genommen. Die Fahrt führt mich entlang der gut ausgebauten N120 bis zu unserem heutigen Stellplatz an der alten Stierkampfarena (N42°27‘5‘‘ W6°3‘56‘‘).
Mittlerweile schmerzt das Steißbein und die Oberschenkel gewaltig. Aber ich versuche durchzuhalten. Morgen wird mich der 1500 Meter hohe Foncebadón erwarten, dies wird wohl eine große Herausforderung werden.

Astorga (9)Astorga (12)

Astorga (6)


Etappe 08:  Astorga über Ponferrada nach Villafranca del Bierzo (83km)

Auf den Weg nach Ponferrada (7)Wenn ich für die heutige Etappe noch von einer großen Herausforderung gesprochen habe, muss ich im nach hinein feststellen: Diese Tour war die Hölle. Die Etappe durch die karge Landschaft der Maragateria hinauf zu dem Cruz de Ferro bei über 30° Hitze war für mich eine einzige Tortur. Aber mein Wille durchzuhalten war riesengroß. Das eine und das andere Mal habe ich die unermüdlichen Fußpilger bewundert, die bei dieser Hitze, mit Gepäck auf dem Rücken, den Aufstieg bewältigen.
Bereits am Ortseingang von Rabanal beginnt die 16 Kilometer lange Steigung. Oben am Cruz de Ferro, dem höchsten Punkt des Camino (1500m) erwartet mich Udo mit dem Wohnmobil und ich kann kurz verschnaufen. Nach alter Tradition lege ich am Eisernen Kreuz meine mitgebrachte kleine Keramik-Blumenvase aus der Heimat ab.
Dann die Wahnsinnsabfahrt hinunter nach Molinaseca. Über 900m Höhenunterschied auf 16 km war für mich das Schlimmste, was ich je mit dem Fahrrad erlebt habe. Durch das pausenlose Bremsen machte meine Rollenbremse derartige Geräusche, dass ich das Schlimmste befürchten musste. Später auf dem Campingplatz sagte mir ein Holländer, ich hätte die Bremse mit Wasser kühlen können. Für morgen ist ein Ruhetag eingeplant, wir fahren zum Campingplatz El Bierzo in Villamartin (N42°33‘47‘‘ W6°44‘52‘‘)

Auf den Weg nach Ponferrada (4)

Auf den Weg nach Ponferrada (12)Auf den Weg nach Ponferrada (15)

Auf den Weg nach Ponferrada (20)Auf den Weg nach Ponferrada (23)

Auf den Weg nach Ponferrada (39)Auf den Weg nach Ponferrada (41) 800 mit kreis


Etappe 09: Villafranca del Bierzo nach Portomarín (88km, gefahren 50km)

Nach einer unruhigen Nacht, spüre ich meine müden Knochen. Mir brennen die Oberschenkel und der Steiß macht weiter Schwierigkeiten. Ich befürchte, die Etappe über den Alto do Poio, mit seinem steilen Anstieg auf 1337m nicht zu schaffen. Schon die Anfahrt nach O Cebreiro über die N-VI steigt über 20km stetig an. Vor der gewaltigen Abfahrt hinter Fonfria bis Triacastela habe ich nach den gestrigen Erfahrungen mächtig Respekt und Angst. Also bringt mich Udo mit dem Wohnmobil bis Triacastela, ab hier ist die Talfahrt nicht mehr so spektakulär.
In Portomarín, am Ponte Nova de Portomarín über den Rio Miño erwartet mich Udo und wir fahren zum Übernachten weiter auf den Stellplatz in Palas de Rei (N42°52‘27‘‘ W7°51‘35‘‘)

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Etappe 10: Portomarin über Palas de Rei nach Melide (54km)

Udo bringt mich in aller Frühe zurück nach Portomarín, wo ich an der Brücke Ponte Nova de Portomarín in die Tagesetappe einsteige. Diese Tour führt mich anfangs über die LU633 und in Höhe von Hospital da Cruz biege ich auf den Jakobsweg ein, der durch eine wunderschöne Landschaft mit urigen Dörfern und schattigen Abschnitten führt. In den Dörfern Ventas de Narón, A Prebisa, Lameiros und Ligonde ist für die Pilger eine Rastmöglichkeit mit Getränken und kleinen Speisen vorhanden. In Palas de Rei biege ich wieder auf die N547, einer viel befahrenen Straße ein. Gelegentlich verläuft der Camino parallel zur Straße. Auf den letzten zwei Etappen hat der Pilgerstrom merklich zugenommen, ganze Heerscharen sind auf dem Weg nach Santiago. Viele Pilger sind wohl erst in Sarria auf den Jakobsweg eingestiegen. Ich beobachte etliche Taxen und Kleinbusse, die erschöpfte Pilger zur nächsten Unterkunft transportieren. Auf dem engen Pilgerpfad mit dem Rad zu fahren ist teilweise nicht angebracht, die Pilger gehen meist zu zweit und zu dritt nebeneinander auf dem Weg, man müsste ständig klingeln, was für die Fußpilger nervig ist. Es ist heute merklich kühler als in den vergangenen Tagen, also warme Sachen sind angesagt. Die Tour verläuft ohne Höhepunkte, bis auf die LKW, die mich gelegentlich förmlich ansaugen. Da ist große Vorsicht geboten.
Auf dieser Etappe liefere ich mir mit zwei Spaniern ein Duell: An den Steigungen überhole ich die Beiden regelmäßig und in der Abfahrt sind sie schneller. Das geht so einige Male hin und her und wir haben einen Heidenspaß.  
In Melide übernachten wir auf dem Stellplatz (N42°54‘39‘‘ W8°0‘41‘‘).

Auf dem Weg nach Melide (5)Auf dem Weg nach Melide (7)


Etappe 11: Melide nach Santiago de Compostela (54km)

Heute ist mein großer Tag, ich werde in Santiago de Compostela eintreffen. Für einen Moment sind die Schmerzen in den Knien und im Steiß vergessen. Ich fahre bis Santiago de Compostela ausschließlich auf der N547. An mehreren Stellen ist der Pilgerweg für mein Fahrrad nicht geeignet, nur mit einem guten Mountainbike wäre es möglich, diesen Weg zu nehmen. Das Wetter ist durchwachsen, einige kleine Schauer zwingen mich mein Regencape zu benutzen.
Kurz vor Santiago nimmt mich Udo an Bord, wir wollen die letzten Kilometer gemeinsam mit dem Rad zur Kathedrale radeln. Wir verbringen unser Wohnmobil zum Campingplatz As Cancelas (N42°53‘21‘‘ W8°31‘28‘‘) und schwingen uns auf die Räder.

Unser erstes Ziel in Santiago ist der Berg der Freude in Saint James, dem Monte do Gozo. Dieses Denkmal erinnert an den Besuch von Papst Johannes Paul II. Hier kommen alle Pilger vorbei und man hat einen schönen Blick auf die Stadt. Nun aber weiter, ich kann es kaum erwarten die Kathedrale zu sehen. Wir schlängeln uns durch die engen Gassen auf Kopfsteinpflaster Richtung Praza de Obradoire. Hunderte Pilger sind auf dem gleichen Weg, alle mit demselben Ziel. Endlich bin ich am Ziel meiner Wünsche, ich stehe endlich vor der Kathedrale. Ich bin unendlich glücklich angekommen zu sein. Auf dem Platz liegen sich die Pilger in den Armen oder recken ihre Arme vor Freude in die Luft. Es ist ein unglaublich bewegender Moment für mich.

Auf dem Weg nach Santiago (3)Santiago (2)

Santiago (32 1)Santiago (33)

Santiago (27 1)

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Urkunde Anne 2

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